Nervensystem für die Segel
Erfahrung und stetige Wissensaneignung sind für Segler unerlässlich, besonders wenn es darum geht, zu wissen welche Kräfte wann auf das Segel wirken. Hierfür gibt es nun eine neue Technik, die dem Segler vor allem auch unter schwierigen Windbedingungen unter die Arme greift. Das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut in Goslar, die Segelwerkstatt Stade und der Tuchproduzent Dimension-Polyant haben ein System zur Messung der Kräfte im Segel entwickelt: Das „Next Sail Systems“.
Dank eines neuen Tuchs mit dünnen, einlaminierten Glasfaserleitungen, können die Kräfte, die auf das Segel wirken, bestimmt werden. Nur 0,25 Millimeter dünn sind die Lichtleitern, in die in bestimmten Abständen per Lasertechnik Gittermuster gebrannt werden. Die Faser wird anschießend beispielsweise in das Laminat von Membransegeln eingearbeitet oder direkt auf das Segel aufgeklebt.
Trimmt man das Segel, werden die Gitter im Lichtleiter bei der Bewegung des Segels gedehnt oder gestaucht. Der Lichtleiter sendet die mechanischen Veränderungen per Signal zur Auswertung. Die Messwerte von beiden Seiten des Segels können außer der Kraftmessung auch das Profil des Segels live bestimmen.
Im Januar werden in den USA bereits die ersten Regatten mit dem neuen Nervensystem stattfinden. Wer sich dafür interessiert kann sich von der neuen Technik auf der Hanseboot (Halle B 7, Stand A 131) vom 1. Bis 3. Juni 2012 überzeugen.
