Reviertipp – Insel San Pietro

Wen es im Urlaub zu einem ursprünglichen, bodenständigen Italien zieht, abseits von Massentourismus und Luxusyachting, der findet sein Glück südwestlich von Sardinien. Hier liegt die kleine Insel San Pietro. Auf ihren 50 km² leben knapp über 6000 Einwohner, die meisten davon in der Hauptstadt Carloforte.

Während der Insel in der Antike eine Bedeutung durch den Ockerabbau zukam, blieb sie später längere Zeit unbewohnt und wurde dann 1738 durch ligurische Fischer auf Initiative des Königs besiedelt. Daher wird hier heute noch Genueser Dialekt gesprochen. Daneben ist die Insel auch tunesisch geprägt, so wird etwa in der traditionellen Küche Couscous verwendet.

Urlaub abseits vom Massen- und Luxustourismus

Die Insel lässt sich mit über 300 Sonnenstunden das ganze Jahr über besuchen. Wer dem Winter in Deutschland entfliehen möchte, findet hier im Februar schon Temperaturen um die 15 Grad. Der Frühling bringt die Insel zum Erblühen, während der Sommer heiß und trocken daherkommt und das Thermometer auf 30 Grad klettert. Die Winter fallen eher mild aus.

Trotz dieser idealen Bedingungen ist die Insel unter ausländischen Touristen immer noch ein Geheimtipp. Hauptsächlich Italiener besuchen sie in ihrem Sommerurlaub von Juli bis August. Daher geht es hier noch beschaulich zu und aneinandergereihte Bettenburgen sucht man vergeblich. Beste Reisezeit fürs Segeln ist April bis November.

Anreise  

Um auf die Insel zu kommen, können Sie vom Flughafen in Cagliari mit dem Shuttle nach Portovesme fahren, was etwa 40 Minuten dauert, dann folgt die Überfahrt mit der Fähre. In 20 Minuten erreicht man Carloforte, die Marina befindet sich direkt neben der Fährstation. Die Marina Carloforte ist sehr gepflegt. Die Duschen und Toiletten sind neu. WLAN-Zugang ist vorhanden, ebenso eine Bar sowie ein gesicherter Parkplatz.

Gastronomietipps in Carloforte

In direkter Umgebung der Marina befinden sich kleinere Supermärkte, Cafés und Restaurants. Das Eiscafé Il Frutto Divino, das direkt an der Promenade liegt, ist sehr zu empfehlen. Ebenso das Frühstückscafé Caffé Roma mit klassischem, primär süßem italienischen Frühstück, etwa 10 Minuten von der Marina entfernt. Direkt gegenüber der Marina serviert das Ristorante Da Andrea Osteria della Tonnara lokale Spezialitäten.

Ebenfalls empfehlenswert ist das Pomata Bistrot in der Altstadt. Das kann man gleich mit einem Spaziergang durch die kleinen Gassen mit ihren farbenfrohen Häusern verbinden, zum Beispiel zum Piazza Repubblica und entlang der alten Stadtmauer (Porta Leone). In der Altstadt kommt man immer wieder an kleinen typisch italienischen Kirchen vorbei, in die man einen Blick werfen sollte. Auch in der Architektur zeigt sich, wie in der Sprache, der ligurische Einfluss.

Kultur geprägt vom Thunfischfang

Die Kultur der Carlofortini steht in engem Bezug der Bewohner zum Meer. Auch der Name der Insel spricht davon, denn die Insel ist nach dem Schutzpatron der Fischer, Simon Petrus, benannt. Der soll sogar einst aufgrund eines Sturms auf der Insel gestrandet sein.

Im späten Frühjahr ziehen die Thunfischschwärme an der Insel vorbei Richtung Süden. Der Thunfischfang hat eine lange Tradition auf der Insel und ist immer noch ein wichtiger Teil der Kultur. Einst wurden die Schwärme in der traditionellen Fangform der Mattanza über ein System von mehreren Netzen gefangen. Wegen Überfischung ist der Thunfischbestand zurückgegangen und so auch der traditionelle Fischfang weniger geworden. Jedes Jahr im Juni findet dennoch immer noch das Girotonno, das große Thunfischfest, statt.

Abwechslungsreiche Landschaft und feinsandige Strände

Für eine entspannte Umsegelung der Insel braucht man in etwa einen halben Tag. Sie hat viele kleine unberührte Buchten, die nur von See aus erreichbar sind, – ein Plus für Yachtcharterer. Wegen des felsigen Untergrundes ist jedoch Achtung geboten, es lässt sich aber auch leichter festmachen.

Landschaftlich prägen San Pietro schöne Felsküsten mit Grotten und kleine Buchten mit Sandstränden. In den Buchten lässt es sich auch gut schnorcheln. Das Innere der Insel ist hügelig und eignet sich für Wandertouren, zum Beispiel zum höchsten Punkt der Insel, dem Guardi dei Mori. Die Wege führen durch mediterranen Macchia- oder Pinienwald und, wer Glück hat, sieht am Himmel den Eleonorenfalken, der im Sommer von Madagaskar hier hinzieht.

An der flacheren Ostküste reihen sich mehrere Strände aneinander, bevor die Küste in eine steile Felsküste übergeht. Der Strand von Giunco geht sehr flach ins Wasser und ist somit für Familien mit Kindern gut geeignet. An der Südspitze ragen die Faraglioni le Colonne wie Säulen aus dem Wasser und wer sich die steilen Klippen genauer anschaut, entdeckt einzelne Grotten, zum Beispiel in der Bucht von Mezzaluna. Hier gibt es auch fjordähnliche Einschnitte in die Küste mit hohen Klippen aus schön geformtem Basaltgestein.

Der schönste Strand der Insel findet sich im Südwesten der Insel: der Spiaggia La Caletta. Zwischen Pinienbäumen und türkisblauem Wasser zieht sich ein feinsandiger Strand über mehrere Kilometer. Wassersportfans können hier Wind- und Kitesurfen. Weitere Strände sind in der Bucht von Spalmatore im Westen, Spaggia La Bobba im Süden und der Spiaggia de Cala Fico im Norden, der landschaftlich schön umringt wird von hohen Klippen. Hier gibt es allerdings keinen Sand als Untergrund sondern Stein.

Sehenswertes und Aktivitäten

Südlich von Carloforte kann man noch die Salinen-Becken, die einst der Salzgewinnung dienten, erkennen. Heute tummeln sich hier Scharen von Flamingos, die hier ihre Nahrung suchen.

Am Capo Sandalo an der Westküste liegt der westlichste Leuchtturm Italiens. Von hier aus kann man schöne Sonnenuntergänge erleben. Das helle Basaltgestein färbt sich dann in den Farben der Sonne. Dem Cap vorgelagert liegt die kleine Isola del Corno. Auch im Norden von San Pietro liegen zwei kleine Eilande, Isola Piana und Isola dei Ratti, die darauf warten, per Boot erkundet zu werden.

Auf der Insel findet jeder seine Beschäftigung. Wer nach organisierten Aktivitäten auf der Insel sucht: Im Poecylia Resort an der Westküste finden Yoga-Retreatments statt, außerdem werden Ausflüge zu den Höhlen angeboten sowie die Erkundung der Insel per Pferd (https://www.poecyliaresort.it/english/). Alternativ kann man die Insel auch per Fahrrad oder Motorroller abfahren. Ins Landesinnere können Aktivitäten und Ausflüge auch über Carloforte Sail Charter organisiert werden. Wer sich näher über den Fischfang informieren möchte, kann das in der Tonnare in La Punta, einem Thunfischverarbeitungsbetrieb, machen. Weinfans können den Inselwein auf einem der Weingüter verkosten und Näheres über die Produktion erfahren.

Weiter nach Sardinien

Von der Isola di San Pietro kann der Törn zur Nachbarinsel Sant´Antioco und weiter nach Sardinien gehen. Dort liegen in direkter Nähe liegen Sehenswürdigkeiten wie die antike Stadt Nora, die teilweise unter Wasser liegt und daher spannend zum Schnorcheln ist. Gegenüber vom Pan di Zucchero befindet sich der Porto Flavia, eine Mineralmine, in der Zink und Blei abgebaut wurde. Beeindruckend ist das Portal des Hafens, das in den Fels gehauen wurde. Entspannen lässt es sich nach dem Sightseeing dann am Sandstrand Cala Domestica. Mehr Tipps für einen Törn um Sardinien gibt es hier.

Yachtangebot ab Carloforte

Buon viaggio wünscht Ihr 1aYachtcharter-Team!

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