{"id":10673,"date":"2022-05-25T09:00:59","date_gmt":"2022-05-25T07:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/?p=10673"},"modified":"2022-06-03T10:59:22","modified_gmt":"2022-06-03T08:59:22","slug":"wir-brauchen-mehr-frauen-da-draussen-auf-dem-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wir-brauchen-mehr-frauen-da-draussen-auf-dem-wasser\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir brauchen mehr Frauen da drau\u00dfen auf dem Wasser.\u201d"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Heute wollen wir euch Sabine Scholle vorstellen. Sabine ist 25 Jahre, kommt urspr\u00fcnglich aus S\u00fcdafrika und studiert in Osnabr\u00fcck Cognitive Science. Das ist aber noch nicht alles: Sabine ist professionelle Skipperin und hat bereits Jahre auf den Meeren dieser Welt verbracht. Mit ihr haben wir dar\u00fcber gesprochen, wie sie Skipperin geworden ist und welche Erfahrungen sie als Frau in diesem m\u00e4nnlich dominierten Berufszweig gemacht hat.&nbsp;<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_10676\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10676\" class=\"wp-image-10676 \" src=\"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01-710x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01-710x1024.jpeg 710w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01-208x300.jpeg 208w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01-768x1108.jpeg 768w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01-277x400.jpeg 277w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01-243x350.jpeg 243w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20190605-WA0024-01.jpeg 999w\" sizes=\"(max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><p id=\"caption-attachment-10676\" class=\"wp-caption-text\">Hat ihren Weg von der Hostess zur Skipperin gemacht: Sabine Scholle. \u00a9Sabine Scholle<\/p><\/div>\n<p><b>Sabine, wie bist du zum Segeln gekommen?&nbsp;<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als ich von der Schule kam, hatte ich \u00fcberhaupt keinen Funken Ahnung vom Segeln. Ich wollte aber unbedingt raus aus S\u00fcdafrika, um mich pers\u00f6nlich weiterzuentwickeln. Ich habe dann einen Flug nach Mallorca gebucht und ein paar Dutzend Lebensl\u00e4ufe ausgedruckt, die vor allem aus meinen Schulnoten bestanden, und dann in Palma die Docks abgelaufen, an jede T\u00fcr geklopft und bei den Crews gefragt, ob sie ein paar extra H\u00e4nde gebrauchen k\u00f6nnen, egal f\u00fcr welchen Job.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Warum wolltest du gerne auf einem Schiff arbeiten, wenn du keine Ahnung vom Segeln hattest, und nicht als was anderes?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich brauchte ein Abenteuer und wollte aus meiner Komfortzone raus. Ich musste Geld verdienen, wollte aber auch reisen und der Einstieg als Tagel\u00f6hner an Bord ist recht einfach. Von dort aus kann man sich dann hocharbeiten. Es hat mir einfach genau die Art zu leben erm\u00f6glicht, die ich brauchte, um fl\u00fcgge zu werden.<\/span><\/p>\n<p><b>Wie ging es dann weiter?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"><b><blockquote class=\"g7-pullquote right\">&#8222;<\/b><strong>Das war der Ratschlag, den man mir gegeben hat: `Wenn du ein M\u00e4dchen bist, wirst du Hostess, wenn du ein Junge bist, wirst du Deckshand und denk nicht zu viel dar\u00fcber nach.\u00b4&#8220;<\/strong><b><cite>Sabine Scholle<\/cite><\/blockquote><\/b>Ich habe eine Position als Hostess bekommen, weil ich ein M\u00e4dchen war. Das war der Ratschlag, den man mir gegeben hat. \u201cWenn du ein M\u00e4dchen bist, wirst du Hostess, wenn du ein Junge bist, wirst du Deckshand und denk nicht zu viel dar\u00fcber nach.\u201d Das war auf einer Motoryacht. Irgendwann hat sich dann die Gelegenheit geboten, einmal segeln zu gehen auf einem Schiff, auf dem gerade das Rigg gepr\u00fcft wurde, und das war f\u00fcr mich ein lebensver\u00e4ndernder Moment. Wenn der Motor ausgeschaltet wird und du pl\u00f6tzlich das ganze Boot f\u00fchlst, nur angetrieben durch die Kraft des Windes, der die Segel f\u00fcllt. Das war einfach magisch und das war auch der Zeitpunkt, an dem ich realisiert habe, dass ich wohl ein paar Kurse belegen muss. Ich war dann wild entschlossen und habe mich richtig reingehangen und so langsam meinen Weg von Motoryachten zu Segelyachten gemacht. Von einer Hostess wurde ich zur Deckshand und mit mehr Erfahrung an Deck, habe ich dann meine Kurse gemacht und die entsprechenden Lizenzen erworben und der Rest f\u00fcgte sich dann so zusammen.<\/span><\/p>\n<p><b>Du hattest dann also deine Lizenzen. Wie wurdest du professionelle Skipperin?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das ist eben das Knifflige an der Sache, es ist ein bisschen wie Autofahren: Den F\u00fchrerschein zu machen ist das eine, aber um das Auto sicher zu fahren braucht man Erfahrung. Der Erwerb meiner Lizenzen war nur der erste Schritt und dann habe ich auf vielen Schiffen als Deckshand gearbeitet. Wenn du das lange genug machst, wirst du irgendwann Steuermann bzw. Steuerfrau, dann kannst du vielleicht auch schonmal das Schiff \u00fcberf\u00fchren und bist dann f\u00fcr eine kurze Zeit alleine auf der Yacht ohne die Besitzer oder G\u00e4ste und Schritt f\u00fcr Schritt sammelst du so Seemeilen und \u00fcbernimmst mehr und mehr Verantwortung.&nbsp;&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Wie lange hast du das gemacht?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vollzeit f\u00fcr etwa vier Jahre und jetzt, wo ich studiere, mache ich Kurzcharter oder \u00dcberf\u00fchrungen in meinen Semesterferien.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Wo bist du \u00fcberall hingereist?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Spanien ging es meistens los. Oft sind wir dann nach Malta gesegelt und von dort aus die K\u00fcste hoch nach Italien, r\u00fcber nach Frankreich und zur\u00fcck. Es klingt romantisch, aber in der Realit\u00e4t sieht man oft nur viele H\u00e4fen. Aber man bekommt trotzdem einen wundervollen Eindruck von anderen L\u00e4ndern und meistens hatte ich wirklich liebenswerte und entgegenkommende Besitzer oder G\u00e4ste, die sehr fair waren und zum Beispiel Nachmittage freigegeben haben. Auf manchen Yachten gibt man sein Leben auf und lebt nur f\u00fcr die Yacht.&nbsp;<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_10677\" style=\"width: 690px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10677\" class=\"wp-image-10677 size-large\" src=\"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-1024x954.jpeg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"634\" srcset=\"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-1024x954.jpeg 1024w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-300x279.jpeg 300w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-768x715.jpeg 768w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-1536x1430.jpeg 1536w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-2048x1907.jpeg 2048w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-400x372.jpeg 400w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_20190607_104632-02-350x326.jpeg 350w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><p id=\"caption-attachment-10677\" class=\"wp-caption-text\">Ob entlang der karibischen Inseln, Spanien, Malta, Italien, Frankreich &#8230; Sabine Scholle war an vielen L\u00e4nderk\u00fcsten unterwegs. \u00a9Sabine Scholle<\/p><\/div>\n<p><b>Was gef\u00e4llt dir so gut an dem Job?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit den Motoryachten habe ich den Bootssport in seiner luxuri\u00f6sesten Form kennengelernt, das sind ja praktisch schwimmende Hotels. Nach drei Jahren auf verschiedensten Schiffen hatte ich dann sehr viel Gl\u00fcck und habe angefangen, die meiste Zeit auf einem Gunboat-Katamaran zu arbeiten, wo es einen wirklich aufregenden Regatta-Zeitplan gab. Die brauchten die ganze Zeit eine Crew, um die Logistik zu managen, also das Schiff von einer Insel zur n\u00e4chsten zu bringen. Ich war mit diesem Schiff lange Zeit im Mittelmeer und in der Karibik unterwegs und in der Rennsaison sind wir einfach von Insel zu Insel gefahren. Auf diesem Gunboat zu arbeiten, diesem leistungsstarken Rennschiff, mit dem dieser offensichtlich unglaublich reiche Besitzer in keiner Weise das Ziel verfolgt, daraus ein Luxusboot zu machen, hat die ganze Perspektive ver\u00e4ndert. Pl\u00f6tzlich war da Wertsch\u00e4tzung und Respekt f\u00fcr die Elemente und die Segelkunst und das war wirklich inspirierend.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b><blockquote class=\"g7-pullquote right\"><\/b><strong>&#8222;Und das ist einfach bezeichnend f\u00fcr die ganze Industrie, diese m\u00e4nnlich dominierte Sichtweise, dass eine Frau unter Deck geh\u00f6rt.&#8220;<\/strong><b><cite>Sabine Scholle<\/cite><\/blockquote>Wir haben schon dar\u00fcber gesprochen, professionelle Skipperinnen sind rar ges\u00e4t, f\u00fcr Frauen ist der Job als Hostess vorgesehen. Kannst du uns noch mehr \u00fcber deine diesbez\u00fcglichen Erfahrungen erz\u00e4hlen?&nbsp;<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zu der Zeit als ich nach Spanien wollte, habe ich jemanden aus der Branche kontaktiert, um nach Rat zu fragen. Und derjenige sagte mir ganz unverbl\u00fcmt, der einzige Weg f\u00fcr mich einen Job zu bekommen w\u00e4re als Hostess. Ich hab auf ihn geh\u00f6rt, denn woher sollte ich es besser wissen, und das Ergebnis war, dass ich ziemlich viel Zeit und Geld in eine Hostessenschule investiert habe, in der ich gelernt habe, Bettlaken zu b\u00fcgeln und Toilettenpapier h\u00fcbsch zu falten. Ich kann mich erinnern, dass ich nach Entschuldigungen gesucht habe, um an den Klassenr\u00e4umen der Deckshandschule vorbeizugehen und mir sehnlichst gew\u00fcnscht habe, dort mitmachen zu k\u00f6nnen. Der Klassenraum war voller Segel und Seile und sie haben alle Segelknoten gelernt und wie man den Rumpf repariert, wenn er besch\u00e4digt ist. Ziemlich coole Sachen, die sehr n\u00fctzlich gewesen w\u00e4ren, als ich a<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">uf einer 21 Meter langen Swan nahe der K\u00fcste von Bermuda war und der Ruderschaft sich l\u00f6ste und das komplette GFK zerst\u00f6rte.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Wir mussten eine Notfallreparatur machen, um zu verhindern, dass Wasser hereinstr\u00f6mt und uns dann durch einen Sturm<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> zur\u00fcck nach Bermuda retten, das ungef\u00e4hr 100 Seemeilen entfernt war. Was uns nicht geholfen hat, sicher zur\u00fcck zum Hafen zu kommen? Mein tiefes Wissen \u00fcber Handtuchfalttechniken.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Und das ist einfach bezeichnend f\u00fcr die ganze Industrie, diese m\u00e4nnlich dominierte Sichtweise, dass eine Frau unter Deck geh\u00f6rt. Und das \u00e4ndert sich gerade radikal, daher danke an alle Frauen an Deck, die diesen Wandel vorantreiben, danke an die Profiseglerinnen wie Sam Davies oder Pip Hare, das sind absolute Vorbilder. Wenn wir als Frauen die M\u00f6glichkeit haben, frei zu w\u00e4hlen, ohne so hart f\u00fcr unseren Wunsch k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen, dann w\u00e4re schon viel erreicht. Und wenn wir Frauen wie Pip Hare haben, die an der Vend\u00e9e Globe teilnehmen, die wir uns als Vorbilder nehmen k\u00f6nnen, wird einfach klar, dass dieser Weg eine M\u00f6glichkeit ist.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Was unterscheidet den Joballtag einer Skipperin von dem eines Skippers?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es gibt ja wenige Frauen an Deck und noch viel weniger hinter dem Ruder und das bedeutet, wenn du eine bist, sind alle Augen auf dich gerichtet und du musst nicht nur unter Beweis stellen, dass du f\u00e4hig bist, den Job zu machen, du musst \u00fcberperformen und dich jeden Tag und jeden Moment unter Beweis stellen. Dabei muss man st\u00e4ndig gegen Vorurteile und sexistische Kommentare ank\u00e4mpfen. Der professionelle Segelsport erfordert auch viel physische Kraft und ich musste viel st\u00e4rker \u00fcber meine Grenzen hinausgehen als mein m\u00e4nnliches Gegen\u00fcber. Dennoch sieht man gl\u00fccklicherweise immer mehr Frauen an Deck, wenn auch nicht Skipperinnen, denn es ist beeindruckend, welche F\u00e4higkeiten und Werte ein weibliches Crewmitglied zum Team beisteuert.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Inwiefern?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich denke, der Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass weibliche Crewmitglieder soviel Zeit investieren, Dinge doppelt zu \u00fcberpr\u00fcfen oder dass sie erst 120 Prozent sicher sind, bevor sie was sagen. Wenn wir dann etwas sagen oder eine Entscheidung treffen, zum Beispiel bez\u00fcglich einer Kurs\u00e4nderung, dann hat das Substanz. Da steckt eine Menge Kompetenz dahinter. Ein kompetentes weibliches Crewmitglied ist ihr Gewicht in Gold wert.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit einer Frau im Team gibt es auch viel weniger \u00dcbereifer. Da besteht eine gewisse W\u00e4rme, es geht mehr ums Team, als um die Hierarchie. Eine Frau kann ein Team zusammenbringen. Nat\u00fcrlich kann man das nicht komplett verallgemeinern, weibliche Skipper sind nicht alle gleich und m\u00e4nnliche Skipper sind nicht alle gleich, aber ich finde, dass es auf Schiffen mit einem hohen Frauenanteil im Team oder einer Skipperin deutlich weniger m\u00e4nnliches Dominanzgehabe gibt.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_10678\" style=\"width: 690px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10678\" class=\"wp-image-10678 size-large\" src=\"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-1024x600.jpg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-1024x600.jpg 1024w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-300x176.jpg 300w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-768x450.jpg 768w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-1536x900.jpg 1536w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-400x235.jpg 400w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1-350x205.jpg 350w, https:\/\/www.1a-yachtcharter.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG-20180327-WA0005-1.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><p id=\"caption-attachment-10678\" class=\"wp-caption-text\">Findet sich in ganz unterschiedlichen Schiffen zurecht, ob als Skipperin f\u00fcr Urlauber oder bei Schiffs\u00fcberf\u00fchrungen. \u00a9Sabine Scholle<\/p><\/div>\n<p><b>Hat man als Skipperin oder Frau an Deck \u00fcberhaupt die Chance, sich ein Arbeitsumfeld zu suchen, in dem man weniger oder gar keiner Diskriminierung ausgesetzt ist?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diskriminierung ist eigentlich mehr oder weniger immer pr\u00e4sent, es ist nur manchmal weniger offensichtlich. Sogar als ich auf dem Gunboat gearbeitet habe: Wenn jemand beim Kochen einspringen musste oder beim Putzen fiel die Wahl immer auf mich. Es reicht einfach nicht, genauso gut wie ein m\u00e4nnliches Crewmitglied in gleicher Position zu sein, man muss viel besser sein.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Wie bist du mit dieser Diskriminierung umgegangen? Was war deine Strategie?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich habe Diskriminierung oder sexistische Kommentare als Ansporn genutzt. Das hat mich noch mehr motiviert, denjenigen zu beweisen, dass sie falsch liegen. Wenn du nicht einfach die Meinung von jemandem \u00e4ndern kannst, ist der einzige Weg, Besonnenheit zu zeigen und f\u00fcr sich selbst zu denken: \u201cOkay, du willst nicht mit mir als Skipperin in einer Crew sein. Aber am Ende werden wir sehen, wer obenauf ist.\u201d<\/span><\/p>\n<p><b><blockquote class=\"g7-pullquote left\">&#8222;Ein kompetentes weibliches Crewmitglied ist ihr Gewicht in Gold wert.&#8220;<cite>Sabine Scholle<\/cite><\/blockquote>Trotz all dieser Erfahrungen: W\u00fcrdest du Frauen empfehlen, den Beruf einer Skipperin zu ergreifen?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Absolut. Wir brauchen mehr Frauen da drau\u00dfen auf dem Wasser. Ich kann nur empfehlen, egal welchen Berufszweig ihr ergreifen wollt, tut es. Es muss noch viel getan werden, es ist nicht einfach, aber wenn ihr f\u00fcrs Segeln brennt oder, wie in meinem Fall, das Segeln als eure Leidenschaft entdeckt und viel Energie investiert, liegt die Welt euch zu F\u00fc\u00dfen. Es ist ein so kraftvoller Sport, ihr seid oft mutterseelenallein auf dem Meer, f\u00fchlt euch klein angesichts der Elemente um euch herum, ihr m\u00fcsst in L\u00f6sungen denken und immer drei Schritte weiter im Kopf sein, und es ist wirklich bereichernd, sich selbst physisch und mental immer weiter zu pushen an einem Ort, wo ihr oft so isoliert seid. Ich kann es wirklich nur empfehlen, aber ich m\u00f6chte mich im Vorfeld entschuldigen f\u00fcr den Sexismus, den ihr m\u00f6glicherweise erfahren werdet. Aber gleichzeitig sage ich euch: Lasst euch nicht unterkriegen und nutzt es als Motivation, weil ihr es verdient, da zu sein.<\/span><\/p>\n<p><b>Welche F\u00e4higkeiten oder Interessen sollte man mitbringen, wenn man den Beruf der Skipperin ergreifen will?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Man sollte vor allem die F\u00e4higkeit haben, Dinge nicht pers\u00f6nlich zu nehmen, man braucht eine ziemlich dicke Haut. Man muss gleichzeitig empathisch sein, aber sich auch von seinen eigenen Gef\u00fchlen distanzieren k\u00f6nnen und darf Dinge nicht pers\u00f6nlich nehmen. Denn solche verletzten Gef\u00fchle werden oft schlimmer und schlimmer, je l\u00e4nger man auf dem Boot ist, und das f\u00fchrt dazu, dass man Fehler macht oder das Schiff mitten w\u00e4hrend einer Reise verl\u00e4sst.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als Skipperin, wenn man Entscheidungen in Bezug auf das Segeln trifft, w\u00fcrde ich sagen, gro\u00dfer Respekt und ein weitreichendes Verst\u00e4ndnis der nat\u00fcrlichen Elemente sind entscheidend.&nbsp;&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Liebe Sabine, wir danken dir herzlich f\u00fcr dieses Interview und deine Offenheit!&nbsp;<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"remoji_bar\"><div class=\"remoji_add_container\" data-remoji-id=\"10673\" data-remoji-type=\"post\"><div class=\"remoji_add_icon\"><\/div><\/div><div class=\"remoji_error_bar\" data-remoji-id=\"10673\" data-remoji-type=\"post\" style=\"display: none;\">Error happened.<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wollen wir euch Sabine Scholle vorstellen. 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