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Warum ich mich bereits zweimal für Koh Chang entschieden habe
Wenn man im europäischen Winter segeln möchte, wird die Auswahl schnell überschaubar. Die Kanaren als Ganzjahresrevier funktionieren immer, die Karibik ist recht teuer geworden, das Mittelmeer oder die Ostsee fällt eher raus. Genau deshalb bin ich auf Koh Chang gestoßen – und inzwischen zweimal dort gewesen.
Mich hat vor allem die Saison überzeugt. Zwischen November und Februar ist Trockenzeit. Es regnet kaum, es ist nicht drückend heiß, und es gibt in der Regel stabilen Nordostwind. Thailand stand ohnehin schon länger auf meiner Liste, allerdings eher Richtung Phuket. Phuket ist jedoch deutlich touristischer und infrastrukturell stärker erschlossen. Koh Chang wirkt ursprünglicher, weniger durchorganisiert. Ich bin auf Koh Chang mit beiden ortsansässigen Vercharterern gestartet.
Anreise und Logistik – entspannter als gedacht, aber gut planen ist wichtig
Für die meisten beginnt alles in Bangkok. Der Flug dauert rund zwölf bis dreizehn Stunden. Preislich ist Bangkok überraschend günstig, wenn man früh bucht und flexibel ist.
Von Bangkok aus gibt es zwei Möglichkeiten: Transfer per Minibus oder Taxi inklusive Fähre, was rund acht Stunden dauert und etwa 100 bis 150 Euro kostet. Für größere Crews ist das eine günstige Option. Alternativ nimmt man den Inlandsflug mit Bangkok Airways nach Trat. Die Flugzeit beträgt etwa eine Stunde. Der Anflug über die Inselwelt ist beeindruckend. Man sieht das gesamte Revier schon von oben, die Buchten, die Inseln, das Wasser. Wer früh bucht, liegt oft deutlich unter 100 Euro für Hin- und Rückflug. Ich empfehle klar den Flug, vorrangig bei kleiner Crew.
Der kleine Flughafen in Trat ist schon ein Erlebnis für sich: eine offene Bambusstruktur als Terminal, kein klassisches Gepäckband, ein Golfcart bringt einen vom Flugzeug zur Abfertigung. Von Trat bringen einen beide Vercharterer per Minibus zur Fähre. Die Fähren fahren alle zehn Minuten, die Überfahrt dauert etwa zwanzig Minuten.
Wer ein oder zwei Nächte vor oder nach dem Törn bleiben möchte, sollte sich das Santhiya Tree Resort im Westen von Koh Chang ansehen. Es ist schön gelegen, nicht überteuert, und das Hotel bietet einen privaten Schnellboottransfer inkl. Transfer vom Flughafen direkt zur Insel an. In zwanzig Minuten ist man da (ohne Fähre oder Umwege).

Bargeld ist auf allen Inseln unverzichtbar. Es gibt nur wenige Geldautomaten, die wochenlang leer sein können. Die notwendigsten Leistungen wie Diesel, Restaurantbesuche oder Einkäufe in den kleineren Läden werden ausschließlich bar bezahlt. Ich empfehle, sich bereits in Bangkok gut einzudecken oder spätestens beim ersten Supermarkt auf Koh Chang zu stoppen.
Bangkok: Nicht die üblichen Wege gehen
Wer ein paar Tage vor dem Törn in Bangkok verbringt, sollte die Stadt abseits der großen Touristenströme erkunden. Was ich sehr empfehlen kann, ist eine geführte Fahrradtour mit Candbike durch die Randbezirke entlang des großen Flusses. Man kommt in Viertel, die echtes Stadtleben zeigen und fährt durch Gassen, die kein Reiseführer auflistet. Das Viertel Ari ist ebenfalls einen Besuch wert: kaum Touristen, viele kleine Cafés und gute Restaurants. Trotz des Angebots wirkt es noch sehr ursprünglich. Essen kann man in Bangkok ohnehin überall gut – vom Drei-Sterne-Michelin-Restaurant bis zur kleinen Bude am Straßenrand, die für drei Euro eine Suppe serviert, die ebenfalls im Michelin-Führer steht.

Zwei Basen, zwei Atmosphären
Ich bin auf Koh Chang an zwei Stützpunkten mit je eigenem Charakter von verschiedenen Vercharterern gestartet.
Im Norden liegt die Basis von Aqua Charter in einer kleinen, fast versteckten Lagune. Man fährt durch einen schmalen Kanal zwischen Häusern hindurch ins Becken – bei Niedrigwasser anspruchsvoll, bei Hochwasser ein echtes Erlebnis. Die Atmosphäre ist urig, fast wie aus einem alten Abenteuerfilm. Daneben liegt ein größeres Resort mit Restaurant, Pool und Infrastruktur. Zuständig für alles ist May, die herzlich, hilfsbereit und bestens mit dem Revier vertraut ist. Sie hat sogar einen Tracker in den Booten und hat uns per WhatsApp kontaktiert, als wir ihrer Meinung nach nicht optimal lagen, und uns einen besseren Liegeplatz empfohlen. Außerdem hat Aqua Charter für die wichtigsten Buchten YouTube-Videos gedreht, die zeigen, wie man diese anfahren sollte und wo der Anker am besten hält. Das war für mich eine wirklich große Hilfe.

Im Süden bei Island Spirit startet man an einem langen Holzsteg bei einem großen Fischrestaurant. Die Umgebung ist einfacher, weniger charmant, und die Straße dorthin führt durch unerschlossene Dschungelabschnitte. Wer hier startet, sollte den Großeinkauf unbedingt vor dem Einchecken erledigen. Die Supermärkte liegen auf der Westseite der Insel, und ein nachträglicher Abstecher kostet unnötig Zeit. Dafür startet man hier im Süden von Koh Chang und ist schneller bei den sehenswertesten Inseln. Der Basisleiter Joe kommt von den Seychellen, hat früher Luxusyachten geskippert und hat Service im Blut.
Ein wichtiger Hinweis zur Kaution bei Island Spirit: Sie wird über eine amerikanische Online-Plattform abgewickelt. Europäische Bankkarten blockieren solche Beträge häufig. American Express hat bei mir problemlos funktioniert und war die Rettung. Wer auf eine Debitkarte angewiesen ist, sollte das vorher dreifach mit seiner Bank klären.
Die Boote – funktional, aber mit Abstrichen
Technische Defekte sind keine Seltenheit und können nicht immer alleine behoben werden. Bei meiner ersten Reise war z. B. das Ruder nicht in Funktion, bei der zweiten Reise ließ sich die Badeplattform nicht herunterklappen. In beiden Fällen wurde das Problem jedoch gelöst, einmal mit einem Ersatzboot, einmal mit einem Techniker, der innerhalb von zwanzig Minuten vor Ort war und das Problem in einer Stunde behoben hatte. Aber man muss wissen, dass Ersatzteile nicht einfach am nächsten Tag aus einem Lager kommen. Wenn sie eingeflogen werden, müssen diese noch in Pattaya abgeholt werden. Da dies oft keine Lösung während des Törns ist, wird improvisiert. Die Technikerteams sind erfinderisch und willig, aber der Prozess dauert.
Wer als erfahrener Segler unterwegs ist, nimmt das gelassen und findet es vielleicht sogar charmant. Wer wenig Erfahrung hat und ohnehin schon mit Wind und Wetter beschäftigt ist, kann ein solches Szenario als zusätzlichen Stressfaktor erleben. Ich habe auf meiner zweiten Reise eine Crew getroffen, deren Urlaub durch eine Kombination aus unerwartetem Starkwind und streikendem Außenborder deutlich anstrengender wurde als geplant.
Das Dinghy verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Ein guter Außenborder ist in diesem Revier kein Komfort, sondern ein Werkzeug. Wer die Wahl hat, sollte nach einem stabilen Schlauchboot mit Aluboden und einem Motor von mindestens 9 PS fragen. Der Unterschied zu einem kleinen Motor mit z. B. 3 PS ist erheblich, besonders wenn man eine Seemeile gegen Wind zum Ankerplatz zurückfahren muss.
Grundsätzlich gilt: Mit der richtigen Erwartung ist mit allem umzugehen. Das Revier entschädigt für vieles.
Reviercharakter – Wind, Wetter und Tide
Der vorherrschende Wind kommt im Winter aus Nordost. Zwischen den Inseln entsteht oft ein deutlicher Düseneffekt, dort kann es 20 bis 30 Knoten geben, während es an den Westküsten von Koh Kut fast windstill ist. An der Nordspitze von Koh Chang hatten wir auf dem Rückweg über 30 Knoten.
Was das Revier auch bei stärkerem Wind angenehm macht: Wellen gibt es kaum. Selbst bei 30 Knoten bleibt die See vergleichsweise ruhig. Das macht einen enormen Unterschied. Wer frühzeitig refft, kann solche Tage hier wirklich genießen.
Die Tide beträgt etwa einen Meter. Für Nordseesegler ist das harmlos, für Mittelmeersegler eine neue Erfahrung. Ankerplätze verändern sich sichtbar und das Dinghy sollte man bei Flut lieber ein paar Meter weiter den Strand hochziehen oder an einer Palme festbinden.
Wetter-Apps sollte man mit Vorsicht nutzen. Windy war mehrfach ungenau. Die lokalen Erscheinungen, die durch Inselketten und die Nähe zum Festland entstehen, werden von gängigen Modellen schlecht erfasst. Ich verlasse mich ausschließlich auf die PWE-Modelle von Predict Wind, die zu etwa 80 Prozent korrekt sind.
Für die Nacht gilt: Nicht auflandig ankern. Ich habe auf Koh Wai eine Nacht an einer Boje im Norden verbracht. Der Wetterbericht hatte null Wind angesagt, doch wir hatten am Ende 20 Knoten. Die südlicheren Buchten mit Landabdeckung sind deutlich ruhiger.
Die Inseln im Überblick
Koh Chang
Koh Chang ist die größte und touristischste Insel des Archipels. Viele Wochenendgäste kommen aus dem nahe gelegenen Pattaya oder Bangkok. Entlang der Westküste gibt es zahlreiche Hotels, Strandbars und Restaurants. Trotzdem wirkt die Insel deutlich entspannter und ursprünglicher als die bekannten Tourismuszentren rund um Phuket.
Für Segler ist Koh Chang vor allem das Versorgungszentrum des Reviers. Hier befinden sich die größten Supermärkte, die meisten Geldautomaten und die beste Infrastruktur. Wer noch Proviant ergänzen, Bargeld abheben oder Ausrüstung besorgen möchte, sollte dies hier erledigen. Auf den südlicheren Inseln wird das Angebot deutlich kleiner.
Seglerisch empfehle ich insbesondere die Elephant Bay an der Westküste. Man ankert etwas nördlich der eigentlichen Bucht auf gut haltendem Grund und fährt anschließend mit dem Dinghy in die kleinen Flussarme hinein. Dort verstecken sich mehrere Restaurants und Bars direkt am Wasser. Die Fahrt durch die Mangroven erinnert stellenweise eher an einen Dschungelausflug als an einen klassischen Segeltörn.
Wer etwas Zeit an Land verbringen möchte, kann die Insel gut mit dem Roller erkunden. Im Inselinneren liegen mehrere Wasserfälle und Aussichtspunkte. Besonders die kurvenreiche Straße entlang der Westküste bietet immer wieder schöne Ausblicke auf das Meer und die vorgelagerten Inseln.

An der Nordspitze von Koh Chang trifft man häufig auf die stärksten Winde des gesamten Reviers. Während in den geschützten Buchten von Koh Kut teilweise kaum Wind weht, können hier problemlos 25 bis 30 Knoten anstehen. Gerade auf dem Rückweg zur nördlichen Basis sollte man diesen Bereich wettertechnisch im Auge behalten.
Trotz ihrer Größe würde ich Koh Chang nicht als Highlight des Reviers bezeichnen. Die eigentlichen Perlen liegen für mich weiter südlich auf Koh Kut und Koh Mak. Dennoch lohnt es sich, der Insel ein oder zwei Tage zu widmen – sei es zur Versorgung, für einen entspannten Anreisetag oder um das etwas lebhaftere Thailand kennenzulernen.

Ko Ngam
Ko Ngam gehört zu den landschaftlich schönsten Inseln des Reviers – ein Paradies für Naturliebhaber. Die dicht bewaldete Insel wirkt nahezu unberührt und bietet einige der besten Schnorchelmöglichkeiten rund um Koh Chang. Das Wasser ist meist sehr klar, und bereits wenige Meter vom Strand entfernt lassen sich zahlreiche Fische und Korallenformationen beobachten. Ankern sollte man im südlichen Bereich der Insel, in der Nähe der Steganlagen, da es im Norden schnell zu flach wird. Auf der Insel gibt es zudem Wanderwege, die einen tollen Ausflug ermöglichen.
Tagsüber wird die Insel gelegentlich von Ausflugsbooten besucht, insgesamt bleibt sie jedoch deutlich ruhiger als viele vergleichbare Ziele in Thailand. Besonders am späten Nachmittag kehrt eine angenehme Ruhe ein, wenn die Tagesgäste die Insel wieder verlassen haben.
Besonders fotogen ist die schmale Sandverbindung zwischen den beiden Inselteilen. Bei ruhigem Wetter entsteht hier eine nahezu karibische Kulisse, die zu den schönsten Fotomotiven des gesamten Reviers zählt.
Allerdings ist Ko Ngam bei starkem Nord-West Wind zu meiden, da es zu einem ungemütlichen Düseneffekt zwischen den zwei Inselteilen kommen kann.
Ko Wai
Ko Wai ist der ideale erste Stopp nach der Übernahme. Eine kleine Insel mit wenigen Bambushütten, einem netten Restaurant und einem schönen Strand. Tagsüber kommen viele Ausflugsboote, ab etwa 16 Uhr hat man die Insel dann aber für sich. Es gibt Bojen auf der Nord- und Südseite. Für die Nacht empfehle ich definitiv die Südseite.

Ko Kut
Ko Kut ist das Herzstück des Reviers. Die dünn besiedelte Insel wird von dichter Vegetation und breiten Sandstränden geprägt. Ich empfehle, hier die meiste Zeit zu verbringen. Die Westküste hat mehrere gut geschützte Buchten mit Sandboden und klarem Wasser, in dem man den Anker auf acht Metern noch von Bord aus sehen kann.

Besonders schön ist Bang Bao Beach im Süden: Das Natural Beach Resort dort ist wirklich hübsch, das Essen gut, die Atmosphäre entspannt. Es gibt Bars in der Nähe, eine davon als Rooftop mit Blick auf die gesamte Bucht. Wir haben dort Silvester gefeiert, mit Feuerwerk, Feuerkünstlern am Strand und Stimmung auf den Booten. Ich hatte das so nicht erwartet und war begeistert. Die Bucht ist nicht sehr groß, daher würde ich nicht zu nah am Ufer ankern, sondern eher in der Mitte.

Sehr empfehlenswert ist der kleine Fluss im Nordwesten der Insel. Am Captain Hook Resort fährt man mit dem Dinghy etwa einen Kilometer durch Dschungelvegetation, legt an einem kleinen Steg an und sitzt dann in einem Restaurant mitten im Tropenwald. Das Captain Hook Restaurant an der Mündung des Flusses ist auch eine gute Option, zumal wenn man noch auf Hochwasser warten muss, um die Sandbank am Flusseingang sicher passieren zu können.
Im Süden von Ko Kut liegen ruhigere, fast ursprüngliche Fischerbuchten. Abends laufen beleuchtete Fischerboote ein, man kann frischen Fisch kaufen oder in kleinen Strandrestaurants essen. Ein kleiner Tempel ist per Dinghy über einen Fluss erreichbar. Der Weg dorthin, vorbei an Häusern und Kochstellen direkt am Wasser, ist fast noch schöner als das Ziel.
An der Nordspitze liegt ein privates Luxusresort mit eigenem Flugplatz für Privatjets. Davor gibt es ein künstlich angelegtes Riff, das öffentlich zugänglich ist und sich zum Schnorcheln lohnt. Ankern kann man gut, aber nur über den südlichen Weg – der nördliche Durchgang ist felsig und hat schon Yachten zu Schaden gebracht.
Koh Mak
Koh Mak hat einen vollkommen anderen Charakter als die übrigen Inseln des Reviers. Während Ko Kut hauptsächlich mit ursprünglichem Inselleben begeistert, wirkt Koh Mak deutlich gepflegter und fast schon mondän. Die Insel ist flach, überschaubar und vermittelt eher das Gefühl eines exklusiven Inselrückzugs als einer klassischen Tropeninsel. Der Cha Cha Beach Club ist ein entspannter Treffpunkt. Hier sitzt man auf Sandsäcken, trinkt gute Cocktails und schaut aufs Wasser, in dem das eigene Schiff liegt. Restaurants sind durchgehend hochwertig. Als einzige Insel im Revier lohnt sich hier sogar das Fahrrad.
Ankern kann man entweder vor dem Steg im Südosten oder in der etwas geschützteren kleinen Bucht im Südwesten, wenn Südschwell läuft.
Für mich ist Koh Mak die Insel, auf der man ungeplant einen Tag länger bleibt als ursprünglich vorgesehen. Die Kombination aus guter Gastronomie, entspannter Atmosphäre und der Möglichkeit, die Insel unkompliziert zu erkunden, macht sie zu einem der angenehmsten Aufenthaltsorte im gesamten Revier.

Koh Rang
Koh Rang ist vor allem für Schnorchler und Flaschentaucher interessant. Rund um die Insel gibt es zahlreiche Korallenriffe und einige der besten Unterwasserreviere im gesamten Archipel. Das Wasser ist meist sehr klar, und bereits beim Schnorcheln lassen sich zahlreiche Fischarten beobachten.
Für Besucher stehen zahlreiche Bojen zur Verfügung, sodass sich Koh Rang hervorragend für einen Tagesstopp eignet. Entsprechend belebt kann es tagsüber allerdings werden. Neben Charteryachten laufen regelmäßig Ausflugsboote mit Tauchern und Schnorchlern ein.
Für die Nacht würde ich Koh Rang eher nicht empfehlen. Die Ankerplätze sind vergleichsweise ungeschützt, und je nach Windrichtung kann schnell unangenehmer Schwell entstehen. Zudem verliert die Insel nach dem Schnorcheln und Tauchen etwas von ihrem Reiz, da es an Land keine Restaurants, Resorts oder weitere Ausflugsmöglichkeiten gibt.
Wer gerne taucht oder schnorchelt, sollte Koh Rang unbedingt besuchen. Für längere Aufenthalte bieten die Buchten auf Ko Kut oder Koh Mak jedoch deutlich mehr Abwechslung und Komfort.

Praktisches
Das Transportmittel auf allen Inseln ist der Roller. Er kostet etwa zehn Euro für einen Tag, ein Führerschein wird nicht verlangt. Die Straßen sind teils steil, Helm und Schutzkleidung lohnen sich also. Es gibt außerdem offene Pickup-Taxis, aber deren Federung empfehle ich eher nicht für längere Strecken.
Mücken sind vor allem in Küstennähe und auf Flussausflügen ein Thema. Europäische Insektenmittel reichen hier nicht aus, Sie sollten schon in Bangkok in einer Apotheke die stärkeren lokalen Sprays kaufen. Ein leichtes Langarmhemd für die Abende ist ebenfalls empfehlenswert.
Chemiehaltige Sonnencreme ist in den Naturschutzgebieten wegen der Korallen verboten. Riff-freundliche („reef-safe“) Alternativen mit natürlichen Pigmenten sollte man aus Deutschland mitbringen oder vor Ort besorgen. Bei Verstößen werden empfindliche Strafen fällig.
Ein gutes Dinghy ist in diesem Revier besonders wichtig, viele der schönsten Orte erreicht man nur damit. Immer einen Reservekanister mitnehmen, denn die Strecken zwischen Ankerplatz und Ufer können eine Seemeile oder mehr betragen.
Der Kambodscha-Konflikt – kein Grund zur Sorge
Koh Kut liegt nahe der kambodschanischen Grenze. Wir wurden einmal von der thailändischen Küstenwache angehalten. Der Kontakt blieb freundlich und entspannt. Man wolle nur wissen, ob alles in Ordnung sei. Es gibt territoriale Ansprüche Kambodschas auf Teile des Gebiets, was zur Weihnachtszeit etwas präsenter war. Wer auf der Westseite von Koh Kut bleibt, bekommt davon nichts mit. Es lohnt sich, die Nachrichtenlage vor dem Törn kurz im Blick zu haben, aber meiner Meinung nach sollte es niemanden davon abhalten, das Revier zu besuchen. Segler, die wir in Bangkok getroffen haben, hatten das Gebiet deshalb komplett gestrichen. Das wäre schade gewesen.
Fazit – Für wen lohnt sich Koh Chang?
Ich bin jetzt zweimal hier gewesen und werde wiederkommen. Das Revier ist klein, die Wege kurz, die Buchten wunderschön, das Essen überall gut und günstig, die Menschen herzlich und tiefenentspannt. Es gibt keine großen Hotelketten, keine erschlossenen Marinas und keine überfüllten Ankerplätze.
Das Revier ist weniger für Meilensammler geeignet. Es ist ideal für Crews, die täglich neue Buchten erkunden möchten, für Familien, für Genießer. Anfänger sollten wissen, dass der Wind schnell auffrischen kann – gleichzeitig ist das Wasser warm und die See meist ruhig, was viel Druck aus der Situation nimmt.
Wer Luxusmarinas und perfekt gewartete Boote erwartet, ist hier falsch. Wer Ursprünglichkeit, Abwechslung und Südsee-Feeling ohne extreme Anreise sucht, wird begeistert sein. Am besten kommt man im November oder spät im Oktober, dann ist es noch ruhiger, der Wind vorwiegend besser und die Charterpreise sind deutlich niedriger als zur Weihnachtszeit.




