Crewgröße: 5 Personen
Wann: 1 Woche vom 14.06. bis 21.06.25
Route: Nikiti – Porto Koufo – Kyra Panagia – Patitiri – Skopelos – Skiathos – Planitis – Nikiti
Level: Moderat
Segelstil: Segeln, Sightseeing, Erholung
Wetter: Überwiegend sonnig mit leichten Winden
Vorwort
Nach unserem Segeltörn in Thailand stand für mich nur drei Wochen später bereits die nächste Reise an. Im Juni ging es erneut aufs Wasser, dieses Mal nach Griechenland. Ausgangspunkt war die Region Chalkidiki in der nördlichen Ägäis, von hier aus besuchten wir einige Inseln der Nördlichen Sporaden. Nach Törns im Ionischen Meer, den Kykladen und im Saronischen Golf, freuten wir uns besonders, diesen Teil Griechenlands zu entdecken.
14.06. – Anreise, Übernahme und erster Schlag nach Porto Koufo
Am frühen Morgen des 14.06. begann unsere Reise am Flughafen Zürich. Nach dem Check-in und der Aufgabe unseres Gepäcks blieb noch Zeit für ein gemeinsames Frühstück, bevor wir den Flug nach Griechenland antraten. Nach der Landung am Flughafen Thessaloniki setzten wir unsere Anreise in Richtung Chalkidiki fort. Mit dem Bus ging es weiter zur Marina Nikiti.
Wir erreichten die Marina gegen 13:30 Uhr und übernahmen wir unsere gebuchte Sun Odyssey 490. Der gebuchte Early Check-In klappte, wie vereinbart, um 14:00 Uhr und wir verschafften uns anschließend einen Überblick an Bord. Während der Übernahme erledigte ein Teil unserer Crew die Einkäufe für die kommende Woche und kümmerte sich um die vollständige Proviantierung. Wir suchten dafür den Galaxias Supermarkt auf. Der Supermarkt ist nur 17 Minuten von der Marina zu Fuß entfernt. Da wir den halben Tag bereits im Sitzen verbracht hatten, kam der Spaziergang mehr als gelegen. Lebensmittel, Getränke und Ausrüstung wurden verstaut, bevor wir die letzten Vorbereitungen für das Auslaufen trafen.
Gegen 16:00 Uhr verließen wir die Marina und starteten zur ersten Etappe. Unser Ziel war die weitläufige Naturbucht von Porto Koufo ca. 20 nm entfernt. Wir waren optimistisch, die Bucht noch vor Anbruch der Dämmerung zu erreichen, was uns auch gelang.
Zum Abschluss des ersten Tages fuhren wir mit dem Dinghy an Land und gingen in der Taverna Pefkos essen. Danach kehrten wir zurück an Bord und verbrachten die erste Nacht vor Anker in der geschützten Bucht.


15.06. – 40 nm in die nördlichen Sporaden bis Kyra Panagia
Am Morgen verließen wir unseren Ankerplatz und liefen zur nächsten Etappe aus. Unser Kurs führte uns rund 40 Seemeilen südlich in Richtung der Nördlichen Sporaden. Nach dem Auslaufen setzten wir Fock und Großsegel und nahmen Kurs auf offenes Wasser.
Mit nördlichem Wind bei knapp 5 Beaufort machten wir entspannt Strecke. Die Sun Odyssey 490 lag erstaunlich ruhig auf dem Wasser, sodass wir mittags an Bord kochen konnten. Während der Mahlzeit holten wir die Segel ein und ließen uns treiben. Nachdem die Mägen gefüllt waren, setzten wir unseren Kurs fort und nutzten die Zeit für den Bordalltag. Während der Fahrt zeigten sich mehrfach Delfine, die zeitweilig in der Nähe des Boots mitschwammen.
Am späten Nachmittag erreichten wir das Gebiet der Nördlichen Sporaden und steuerten die Insel Kyra Panagia an. Dort gingen wir auf der östlichen Seite der Insel in einer geschützten Bucht vor Agios Petros vor Anker. Wir starteten unsere Drohne und machten traumhafte Bilder der Bucht. Mit uns waren nur vier weitere Segelyachten vor Ort. Wir ließen das Stand Up Paddle zu Wasser und nutzten die letzten Sonnenstunden noch zum Schwimmen und für das ein oder andere Getränk.



16.06. – Fortsetzung nach Patitiri
Nach dem recht langen Segeltag auf Vortag fokussierten wir uns für den heutigen Tag auf kurze Schläge mit Badestopps. Das Ziel für den Abend war die Marina in Patitiri, wo wir abends gemütlich essen gehen wollten. Wir hoben den Anker und setzten direkt die Segel. Bei herrlichen Bedingungen erreichten wir nach gut zwei Stunden unsere ausgewählte Badebucht im Nordosten von Peristera. In der Bucht war es nahezu windstill. Es war einfach herrlich, dort zu schnorcheln. Wir waren das einzige Schiff und genossen die Ruhe.
Zur Mittagszeit fuhren wir unter Motor zum südlich gelegenen Schiffswrack. Hier ankerten wir erneut und stärkten uns mit einem leichten Essen, mit Blick auf das Wrack. Wer mutig ist, kann um das Wrack herum schnorcheln. Wir beließen es beim Blick aus der Ferne.
Gegen 13:00 Uhr setzten wir unseren Törn nach Patitiri fort. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nur noch wenig Wind. Da wir ausreichend Zeit hatten, entschieden wir uns bewusst gegen das Motoren und segelten langsam mit 2-3 Knoten unserem Ziel entgegen. Nach knapp 3,5 h erreichten wir die Marina.
Am frühen Abend suchten wir das Restaurant Kritamo auf. Von der Dachterrasse hatten wir einen tollen Ausblick über die Bucht und den Hafen. Mit dem Essen waren wir ebenfalls sehr zufrieden. Bei sommerlichen Temperaturen saßen wir noch länger zusammen und gingen erst gegen 22:00 Uhr zurück zum Schiff.



17.06. Auf nach Skopelos und Besichtigung der Altstadt
Nach dem Frühstück verließen wir die Marina um zur nächsten Badebucht zu fahren. Unsere Wahl fiel auf die Bucht vor dem Strand Mikros Mourtias. Die 3 nm motorten wir zur Bucht, sodass wir schon nach knapp 40 Minuten dort wieder baden konnten.
Da wir den Tag überwiegend in der Altstadt von Skopelos verbringen wollten, zogen wir nach etwa einer Stunde weiter. Für die restlichen 6 Seemeilen lohnte es sich, die Segel zu setzen. Wieder wurden wir von einem Delfin begleitet, der eine Zeit lang neben dem Boot mitschwamm. Nach rund eineinhalb Stunden erreichten wir die Marina von Skopelos, die sich malerisch unterhalb der Altstadt erstreckt.
Wir nahmen uns einen Mietwagen und fuhren zum Mamma Mia Cliff im Nordwesten der Insel. Die Aussicht über die Küste und das offene Meer war den Abstecher wert. Auf dem Rückweg schlenderten wir durch die Gassen der Altstadt, die terrassenförmig oberhalb des Hafens liegt und von engen, überwiegend autofreien Wegen sowie weiß verputzten Häusern mit Ziegeldächern geprägt ist.




18.06. Skiathos wir kommen
Nach dem traumhaften Tag in Skopelos wollten wir unbedingt noch Skiathos besichtigen. Deshalb starteten wir ebenfalls nach dem Frühstück, um die Strecke von 22 nm möglichst schnell hinter uns zu bringen. Bei nahezu optimalen Segelbedingungen verließen wir die Marina. Zu Beginn mussten wir noch gegen die Welle motoren. Zwischen Skopelos und Agios Georgios Skopelou setzten wir die Segel und passierten mit durchschnittlich 6 Knoten den Süden von Skopelos. Es zeichnete sich früh ab, dass dies ein besonders toller Segeltag werden würde. Da wir besser als erwartet vorankamen, entschieden wir kurzerhand, das Mittagessen mit einem Badestopp zu verbinden. Hierfür wählten wir eine kleine geschützte Bucht vor Arkos.

Gegen 13:00 Uhr fuhren wir Skiathos entgegen. Die knapp 1,5 nm motorten wir in die Marina. Wir fanden direkt einen Liegeplatz und besuchten die Altstadt. Wir schlenderten durch die engen Gassen, vorbei an kleinen Läden und Cafés, blieben immer wieder stehen und beobachteten das Treiben rund um den Hafen. In einer schattigen Taverne gönnten wir uns eine Pause, tranken etwas Kaltes und ließen den Blick über die an- und ablegenden Boote schweifen. Mit dem Einsetzen der Abendstimmung füllten sich die Straßen, Musik lag in der Luft, und wir genossen es, Teil dieses lebendigen Inselalltags zu sein, bevor wir später wieder an Bord zurückkehrten.
19.06. Strecke, Strecke, Strecke
Es war Zeit, die Rückkehr vorzubereiten. Beim Frühstück sprachen wir über die zwei anstehenden Tage und tauschten Ideen aus, wie wir den ersten Tag gestalten wollen. Nach kurzem Telefonat mit unserem Vercharterer erhielten wir die Genehmigung, am Freitagabend zurück zu sein, statt um 17:00 Uhr, wodurch wir flexibler planen konnten. Da die Windverhältnisse für die Nacht sehr ruhig angekündigt waren, entschieden wir uns für einen nächtlichen Ankerplatz nördlich von Kyra Panagia. Da wir auf den täglichen Badespaß nicht verzichten wollten, wählten wir als Zwischenhalt eine Bucht auf der Westseite von Alonnisos.
Wir legten gegen 09:30 Uhr ab und verließen Skiathos mit Kurs auf Nordost. Da der Wind immer wieder einschlief, mussten wir zwischendurch motoren. Für die gut 20 nm benötigten wir am Ende ca. vier Stunden. Passend zur Mittagszeit erreichten wir die Bucht. Nach unserer Ankunft ließen wir den Anker fallen und machten zunächst Mittagessen an Bord. Anschließend nutzten wir die ruhige Lage der Bucht zum Baden und für eine ausgedehnte Pause im Wasser. In diesem Abschnitt der Küste liegen mit Paralia Ochra und Paralia Tourkoneri zwei recht unterschiedliche Strände dicht beieinander. Paralia Ochra ist eher klein und naturbelassen. Die Kiesbucht ist toll zum Schnorcheln. Paralia Tourkoneri als größere Bucht bietet dagegen viel Raum und eine gut geschützte Lage. Die bewaldeten Hänge runden die Aussicht ab.

Gegen 14:00 Uhr setzten wir unseren Törn fort. Der Nachmittag bot uns wieder mehr Wind, sodass wir uns peu à peu unserem Ziel näherten. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir die Bucht Planitis. Wir waren vom Anblick begeistert. Es war der perfekte Ort für die letzte Nacht vor Anker.


20.06. Zurück zur Basis
Nach einer ruhigen Nacht in dieser traumhaften Bucht starteten wir den Morgen bereits sehr früh mit einem Sprung ins Wasser. Wissend, dass wir am Abend zurück in der Marina sein werden und die Zeit in den Sporaden eine wunderschöne Zeit war. Wir frühstückten ausgiebig und nutzten die Zeit die SO 490 aufzuräumen. Gegen 07:30 Uhr legten wir den Gang ein und fuhren Richtung Nikiti. Die Überfahrt war bei leichtem Wind seglerisch eher unspektakulär, sodass wir immer wieder die Maschine einschalten mussten. Zu unserer Freude begleiteten uns erneut eine Schule Delfine. Während der Überfahrt hatten wir ausreichend Zeit die Yacht für den Check-Out am nächsten Morgen vorzubereiten. Wir wollten direkt nach Ankunft in Nikiti essengehen. Um ca. 19:00 Uhr erreichten wir die Marina und legten an. Um 20:00 Uhr saßen wir im Restaurant und genossen die ersten Kaltgetränke.




21.06. Check-Out und Abreise
Der Check-Out am Morgen verlief professionell und zügig. Weder der Stützpunktleiter noch wir hatten etwas zu bemängeln. Somit verließen wir die Marina mit einem guten Gefühl in Richtung Flughafen.
Fazit
Seglerisch war die Woche moderat, mit überwiegend leichten bis mäßigen Winden und ausreichend Gelegenheit, die Sun Odyssey 490 sowohl unter Segeln als auch unter Motor zu bewegen. Begegnungen mit Delfinen, einsame Buchten und die Besuche der Altstädte von Skopelos und Skiathos bleiben besonders in Erinnerung.
Für uns war dieser Törn die perfekte Ergänzung zur Reise nach Thailand wenige Wochen zuvor. Die Nördlichen Sporaden überzeugen durch die kurzen Distanzen zwischen den Inseln und die entspannte Atmosphäre der nördlichen Ägäis. Ein Revier, das wir sicherlich nicht zum letzten Mal besucht haben. Wir können es jedenfalls empfehlen!




