Crewgröße: 6 Personen
Wann: 1 Woche vom 04.10. bis 11.10.25
Route: Korfu – Lakka (Paxos) – Gaios (Paxos) – Blue Caves (Paxos) – Sarakiniko (Antipaxos) – Stavrolimenas – Syvota – Papanikolis Cave – Korfu
Level: Moderat
Segelstil: Segeln, Landerkundungen, Spaß
Wetter: Überwiegend sonnig mit bis zu 5 Windstärken
Vorwort
Nach mehreren gemeinsamen Törns in Griechenland und Kroatien wollten wir in diesem Jahr ein neues Revier erkunden. Die Suche nach einem Ziel, das sowohl landschaftlich spannend als auch logistisch gut erreichbar ist, führte uns schließlich nach Korfu. Die Insel hatte ich bereits von einem kurzen Besuch im Vorjahr in sehr guter Erinnerung. Die Mischung aus grüner Landschaft, klaren Buchten und der Nähe zu Paxos und Antipaxos machte Korfu besonders attraktiv.
Ein weiterer Grund für die Entscheidung war die Anbindung. Da unsere Gruppe aus verschiedenen Städten wie München, Köln, Stuttgart und Kopenhagen anreist, spielt die Erreichbarkeit eine große Rolle. Trotz relativ hoher Flugpreise war Korfu hier ein guter Kompromiss. Dazu kam der Reiz, ein Revier zu wählen, das wir alle noch nicht unter Segeln erlebt hatten. Wir wollten sehen, wie sich die Ionischen Inseln im Oktober anfühlen und ob das spätsommerliche Wetter und die ruhigere Nachsaison den Törn besonders machen würden.
Auch persönliche Empfehlungen flossen in die Wahl ein. Eine Freundin war kurz vor uns auf Korfu unterwegs gewesen und hatte uns wertvolle Hinweise zu Buchten, Restaurants und organisatorischen Kleinigkeiten gegeben. All das bestärkte uns darin, dieses Jahr im Ionischen Meer zu segeln.
Anreise
Wir waren insgesamt zwölf Personen, aufgeteilt auf zwei Yachten. Ich war Skipper auf einer Dufour 560, die zweite Crew segelte auf einer Oceanis 51.1. Da nicht alle zum gleichen Zeitpunkt anreisen konnten, verteilte sich unser Eintreffen auf mehrere Tage. Einige reisten bereits am 2. Oktober an, andere folgten am 3. oder 4. Oktober.
Für die Tage vor der Übernahme buchten wir eine Villa bei Airbnb in fußläufiger Nähe zur Marina Gouvia. Die Unterkunft erwies sich als idealer Sammelpunkt. Der Gastgeber nahm sich ungewöhnlich viel Zeit, zeigte uns alles in Ruhe und fuhr sogar mit uns zum Großeinkauf. So entdeckten wir eine lokale Metzgerei, die sich später als echter Geheimtipp herausstellte. Die Villa bot reichlich Platz, einen großen Pool und einen breiten Steingrill, der schnell zum Mittelpunkt der Abende wurde.
Die freien Tage vor dem Törn nutzte jeder anders. Einige entspannten am Pool, andere besuchten Korfu-Stadt oder gingen joggen. Parallel trafen nach und nach alle weiteren Mitsegler ein, bis schließlich am Samstagmittag beide Crews vollständig auf der Insel waren.

04. Oktober – Check-in in der Marina Gouvia
Am Samstagmittag machten wir uns von der Villa aus auf den Weg zur Marina Gouvia. Die meisten von uns gingen zu Fuß, während zwei Personen das gesamte Gepäck mit dem Taxi nachbrachten. Unsere Dufour 560 lag am Pier A, etwas weiter hinten in der Marina, sodass wir uns beim ersten Rundgang zunächst orientieren mussten.
Der Check-in selbst verlief sehr rund. Die Übergabe wurde von einem Mitarbeiter durchgeführt, der längere Zeit in der Schweiz gelebt hatte und fließend Deutsch sprach. Das war vorrangig für diejenigen in der Crew hilfreich, die sich im technischen Wortschatz auf Englisch nicht so sicher fühlten. Die Einweisung war gründlich, freundlich und unkompliziert. Laut meiner eigenen Dokumentation waren wir gegen 17.12 Uhr mitten im Übergabeprozess, und etwa gegen 17.30 Uhr war alles erledigt.
Ein paar Kleinigkeiten fielen uns bei der Übernahme auf, die wir direkt ansprachen. Fehlende Dinge, wie Wäscheklammern wurden direkt nachgeliefert. Der Gasherd funktionierte nur eingeschränkt, sowohl am Kochfeld als auch am Backofen, was sich später am Abend noch bemerkbar machte. Wir kontaktierten den Stützpunkt und vereinbarten, dass am nächsten Morgen jemand zu uns in die Bucht kommen würde, um das Problem zu beheben.
Wir hatten bereits vorher beim Stützpunkt angefragt, ob wir die Yacht früher übernehmen können, doch bei den vielen Wechseln am Samstag blieb es bei der regulären Zeit. Für uns war das in Ordnung. Wir nutzten die Übergabephase effizient, indem ein Teil der Crew parallel zum Supermarkt ging, um den restlichen Proviant einzukaufen und alles an Bord zu verstauen.
Gegen 18.45 Uhr lösten wir schließlich die Leinen. Wir wollten am ersten Abend nicht mehr weit fahren und entschieden uns für die nahe gelegene Bucht beim Corfu Imperial, nur wenige Minuten außerhalb der Marina. Dort lagen wir kurz vor Sonnenuntergang vor Anker, bereiteten unser Abendessen zu und ließen den Starttag ausklingen.

05. Oktober – Von der Bucht nach Lakka auf Paxos
Ich war am nächsten Morgen bereits um kurz nach sieben wach und konnte in der ruhigen Bucht einen schönen Sonnenaufgang erleben. Die Crew ließ sich etwas mehr Zeit. Da wir noch auf den Techniker vom Stützpunkt warteten, der wegen des Gasherds zu uns kommen sollte, war ein früher Aufbruch ohnehin nicht möglich. Gegen elf Uhr kam er schließlich mit dem Dinghy an Bord. Er reinigte und tauschte die relevanten Teile am Gasanschluss und am Druckregler, sodass Kochfeld und Backofen danach wieder einwandfrei funktionierten.
Danach lichteten wir den Anker. Der Wind kam zunächst von Süden, weshalb wir die ersten Meilen unter Motor zurücklegten, bis wir um die Südostspitze von Korfu herum waren. Ab dort konnten wir die Segel setzen und mit angenehmem Wind Richtung Süden aufkreuzen. Die Bedingungen waren ideal: warmes Wetter, Sonne und konstanter Wind.
Da unser Co-Skipper Sven möglichst viel Praxiserfahrung sammeln wollte, übernahm er den Großteil der Manöver. Wir kreuzten mehrere Stunden, bis wir feststellten, dass wir rechnerisch nur noch unter Motor rechtzeitig zum Sonnenuntergang in Lakka ankommen würden. Also starteten wir den Motor und fuhren gegen die Welle an.
Lakka selbst war für Anfang Oktober überraschend gut besucht. Wir hatten ursprünglich überlegt zu ankern, doch sowohl die Bucht als auch der innere Bereich waren bereits dicht belegt. Die freie Mole an der Süddseite bot sich daher an. Da dort keine Gebühren erhoben wurden und wir direkten Landzugang hatten, entschieden wir uns für das Anlegen an der Pier.
Dort machten wir schließlich römisch-katholisch fest, mit ausreichend Wassertiefe unter dem Kiel. Der Wind drückte von Norden auf die Mole, was die Lage des Schiffes stabilisierte.
Am Abend gingen wir ins Restaurant Alexandros, nur wenige Schritte von unserem Liegeplatz entfernt. Das Essen war so gut, dass sich die Crew später wünschte, auf dem Rückweg erneut dort einzukehren. Wir verbrachten den Abend in großer Runde, und einige von uns ließen ihn anschließend noch in einer der kleinen Bars im Norden des Hafens ausklingen.
06. Oktober – Joggingrunde, Segeln nach Gaios und ein voller Hafen
Der Tag begann früh für einige aus unserer Crew. Till, Axel und ich schnürten um acht Uhr unsere Laufschuhe und starteten zu einer ausgedehnten Joggingrunde quer über die Insel. Die Strecke führte uns mit einigen Höhenmetern bis in den zentralen Teil von Paxos und wieder zurück nach Lakka. Währenddessen frühstückten die anderen in Ruhe an Bord und bereiteten alles für das Auslaufen vor.
Nach einem kurzen Einkauf im Ort legten wir schließlich ab. Gemeinsam mit der zweiten Crew segelten wir weiter Richtung Süden. Zwischenzeitlich machten wir ein kleines internes Rennen bei Raumwindkurs, bis wir die Höhe von Gaios erreichten. Die Windverhältnisse waren angenehm und das Segeln machte allen Spaß. Die Crew der Oceanis 51.1 entschied sich, noch einen kleinen Schlag abseits zu machen, und wir verabredeten uns für den späteren Abend.

Gaios selbst war – überraschend für Anfang Oktober – fast vollständig belegt. Besonders auffällig war die dichte Reihe großer Katamarane, die so angelegt hatten, dass kaum Platz für weitere Yachten blieb. Wir suchten lange nach einer geeigneten Lücke und fanden schließlich einen Platz direkt am äußeren Kai. Unseren ersten Versuch mussten wir abbrechen, da wir zu wenig Wassertiefe unter uns hatten. Kurz darauf fanden wir eine Stelle mit ausreichend Platz unter unserem Kiel. Dort machten wir fest.
Ein wenig später erreichte auch die Oceanis 51.1 die Marina und quetschte sich weiter südlich zwischen zwei Katamarane. Damit waren beide Yachten sicher vertäut. Die Hafengebühr lag bei 50 € je Schiff.
Am Abend gingen wir ins Restaurant Vale Ladi, wo wir problemlos eine große Tafel für alle zwölf Personen bekamen. Wie am Vorabend wurden wir kulinarisch verwöhnt und waren alle zufrieden. Wir zahlten ca. 47 € pro Person, was inkl. Weinen und Getränken absolut im Rahmen lag. Anschließend gingen einige noch in die kleine Barzone am oberen Ende des Hafenkais, bevor wir den Tag an Bord ausklingen ließen.


07. Oktober – Kurzer Schreckmoment zu den Blue Caves und Sarakiniko Beach auf Antipaxos
Am Morgen lösten wir die Leinen und segelten gemeinsam aus Gaios hinaus. Der Wind stand günstig genug, um entlang der Westküste von Paxos zu kreuzen. Unser erstes Ziel waren die Blue Caves, eine der bekannten Felsformationen an der Steilküste. Der Wind frischte deutlich auf, wodurch die Reffleine des Vorsegels unter dem zunehmenden Druck riss. Das Segel fuhr schlagartig vollständig aus. Wir konnten die Situation unter Kontrolle bringen und die Leine provisorisch mit einem Sackstich verbinden, sodass wir weitersegeln konnten. Das Segel selbst blieb unbeschädigt. Wir erreichten die Blue Caves gegen 13:00 Uhr. Dort fiel unser Anker vor der Höhle und wir nutzten die Zeit zum Schwimmen, Kochen und für einen kleinen Landgang.
Gegen 16:00 Uhr entschieden wir uns, weiter nach Antipaxos zu segeln. Wir steuerten die klare Bucht des Strandes Sarakiniko an. Für knapp 6 nm brauchten wir lediglich eine Stunde. Die Oceansi 51.1 Konsti war schon vor uns angekommen und hatte eine der wenigen freien Stellen nahe des Strandes erwischt. Wir versuchten, uns als Päckchen danebenzulegen, doch durch unseren deutlich größeren Tiefgang wurde es schnell zu flach. Zwischen Kiel und Grund blieben nur wenige Handbreit Wasser.
Um sicherzugehen, ließen wir eine Actionkamera im Tauchgehäuse am Seil hinab. Die Aufnahmen bestätigten, wie knapp es war. Wir spannten schließlich eine zweite Landleine, setzten den Anker neu und verlegten das Heck ein Stück weiter in die Bucht hinein. Somit hatten wir unseren Liegeplatz für die Nacht gesichert.
Der Abend verging ruhig. Wir kochten an Bord, schwammen noch einmal in der Bucht und beobachteten einen besonders schönen Sonnenuntergang. Mit uns lagen noch drei weitere Yachten in der Bucht, was für die Größe der Bucht noch in Ordnung war. Es ist zu erwähnen, dass es in dem Bereich keinen Handyempfang gibt, was wir aber bereits vorher wussten.
08. Oktober – Von Antipaxos nach Parga und zurück nach Lakka
Am Morgen lagen wir ausgesprochen ruhig in der Bucht. Die Landleinen und der neu gesetzte Anker hatten gut gehalten. Nach dem Frühstück legten wir ab und verließen die Bucht in Richtung Osten, um die Bucht Voutoumi im Norden von Antipaxos zu erreichen. Da der Schlag sehr kurz ist, entschieden wir uns, noch weiter zu segeln, während die Crew der Oceanis 51.1 hierblieb und ankerte. Die Bucht selbst war, wie erwartet, bereits am späten Vormittag gut besucht. Auch durch die Ausflugsboote, die im Oktober immer noch regelmäßig einlaufen.
Unser Ziel war der Hafen von Parga auf dem Festland. Der Halbwindkurs war angenehm und zügig, sodass wir Parga in unter zwei Stunden erreichten. Dort machten wir am großen Steg fest, der eigentlich für Ausflugsboote vorgesehen ist. Da man dort offiziell nicht länger liegen sollte, nutzten wir den Aufenthalt nur für eine kurze Pause. Wir holten Pizza, Meeresfrüchte, Kaffee und ein Eis, bevor wir wieder ablegten. Der Ort selbst ist überschaubar. Die kleine Hafenfront ist angenehm, und oberhalb der Marina befindet sich eine Burganlage, die wir jedoch nicht besucht haben.
Von Parga liefen wir wieder nach Westen aus und nahmen Kurs Richtung Paxos. Die Paralia Lakka wollten wir unbedingt noch einmal erleben. Der Wind frischte deutlich auf. Der Wind kam aus Nordnordwest, wodurch unser gewählter Liegeplatz kurz zur Diskussion stand. Wir wollten es trotzdem versuchen. Besonders die letzten Seemeilen vor Lakka waren mit kräftigen Böen und merklicher Welle verbunden. Die Bedingungen erforderten mehr Aufmerksamkeit als am Vortag, waren aber beherrschbar.
Glücklicherweise war „unser“ Liegeplatz noch frei und wir legten an derselben Stelle an wie zwei Tage zuvor. Das Manöver war anspruchsvoll, da der Wind weiterhin kräftig blies und die Dufour 560 beim Rückwärtsfahren zunächst durch den Propellereffekt deutlich mit dem Heck nach Backbord wegzog. Geduldig und ruhig klappte es dennoch und wir machten erleichtert fest.
Ursprünglich wollten wir uns mit der Oceanis 51.1 in der Paralia Lakka treffen. Leider meldete die Mannschaft Batterieprobleme und vereinbarte ein Treffen mit einem Techniker in Gaios. Also machten wir uns gegen Abend auf den Weg zum Restaurant Alexandros, von dem wir sehr begeistert waren. Bedauerlicherweise gab es keine freien Plätze mehr und wir besuchten die Taverna Nionios. Hier wurden wir ebenfalls toll bedient und verköstigt, doch ein wenig Sehnsucht nach der ausgesprochen exzellenten Küche des Alexandros blieb. Nach dem Essen verweilten noch einige aus der Crew für ein Getränk im Restaurant, während der Rest den Abend an Bord ausklingen ließ.
09. Oktober – Badetag vor der Höhle von Stavrolimenas und weiter nach Syvota
Am Vormittag holte uns die Oceanis 51.1 ab und wir segelten gemeinsam Richtung Nordost an Festland. Unser Ziel war eine kleine, von außen unscheinbare Felsbucht bei Stavrolimenas, in der sich eine besondere Höhlenformation befinden sollte. Ein Freund hatte mich zuvor darauf hingewiesen, und wir wollten diese Höhle unbedingt ansehen.
Die Suche nach dem Eingang dauerte einen Moment, denn die Öffnung liegt unauffällig zwischen den dunklen Felsen. Als wir die richtige Stelle identifiziert hatten, ankerten wir in der kleinen Bucht. Mit Badeschuhen ließ sich der Einstieg gut bewältigen. Diese würde ich auch zwingend empfehlen, da die Felsen z. T. scharfkantig sind.
Im Inneren der Höhle öffnete sich ein natürlicher Pool, in dem man schwimmen konnte. Von dort gelangte man durch einen zweiten Ausgang wieder ins offene Meer. Die Lichtverhältnisse waren am Vormittag eher gedämpft, da die Sonne nicht direkt in die Höhle schien. Ich hatte überlegt, die Szene mit meiner Actionkamera festzuhalten, aufgrund der Dunkelheit waren die Lichtverhältnisse aber zu schlecht. Das Erlebnis selbst war dennoch eindrucksvoll und eines der besonderen Highlights unseres Törns.
Wir verbrachten mehrere Stunden in der Bucht, schwammen, erkundeten die Felsen und nutzten die Zeit zum Entspannen. Ich spannte meine Hängematte am Vorschiff und nutzte den ruhigen Nachmittag, um die Zeit zu genießen. Die Stimmung war so entspannt, dass sich der Aufenthalt eher wie ein kompletter Badetag anfühlte.
Gegen 17 Uhr machten wir die Schiffe klar und lichteten die Anker. Unser Ziel für die Nacht war ein Ankerplatz vor Syvota, weniger als 7 Seemeilen entfernt. Wir fuhren außen um die vorgelagerten Inseln herum, da es zwischen ihnen teilweise zu flach war. Als wir vor der Marina ankamen, suchten wir uns in der großen Bucht einen Platz und gingen vor Anker. Da die Vorhersage eine ruhige Nacht erwarten ließ entschieden wir uns, im Päckchen zu ankern, um es geselliger zu haben. Ein Teil der Crews fuhr mit den Dinghys an Land, um in einem Restaurant essen zu gehen, während der andere Teil die Vorräte an Bord „plünderte“.

10. Oktober – Joggingrunde, Tanken in Syvota und Papanikolis Cave
Die See war am Morgen spiegelglatt. Die Nacht war erholsam und einige schliefen länger, andere starteten aktiver in den Tag. Ich war Teil der kleinen Laufgruppe, die gegen acht Uhr das Dinghy vorbereitete und an Land fuhr. Unsere Laufstrecke führte durch den Ort und weiter entlang der Küste, mit einigen Höhenmetern und schönen Blicken über die Buchten. Nach der Runde frühstückten wir in Ruhe an Bord und machten die Schiffe klar.
Gegen 10:30 Uhr bereiteten wir uns zum Ablegen vor. Da der Andrang an der Tankstelle in der Marina Gouvia am Freitag erfahrungsgemäß hoch ist, wollten wir diesen Schritt vorziehen. Die Tankstelle in Syvota liegt direkt an der großen Mole und es herrschte kaum Betrieb. Wir machten kurz fest und füllten die Tanks auf. Danach fuhren wir zur großen Felsöffnung Papanikolis Cave an der Südseite der vorgelagerten Inselgruppe. Wir ankerten davor und fuhren mit dem Dinghy näher heran. Die Höhle wirkt wie eine offene Kuppel und bot ein eindrucksvolles Bild. Wir nutzten den Stopp für ein paar Fotos, zum Schwimmen und fuhren anschließend weiter. Das Schwimmen in der Höhle ist mit Vorsicht zu genießen, da auch Ausflugsboote die Höhle besichtigen.
Um rechtzeitig in der Marina anzukommen, verließen wir die Bucht bereits gegen 13:00 Uhr und setzten die Segel. Leider ließ der Wind nach zwei Stunden deutlich nach, sodass wir den Motor auf sehr niedriger Drehzahl mitlaufen ließen. Aufgrund des geringen Windes fuhren wir entspannt über die See und genossen die letzten Eindrücke.
Gegen 17:00 Uhr erreichten wir die Marina Gouvia und waren pünktlich zur vereinbarten Zeit zurück. Wir machten ein letztes Mal fest und nutzten die Zeit, um das Schiff aufzuräumen und alles für den kommenden Check-out vorzubereiten. Da es nichts zu beanstanden gab, verlief dieser unaufgeregt. Wir kochten noch einmal zusammen und ließen die Woche Revue passieren, bis zwei Crewmitglieder sich verabschiedeten und zum Flughafen fuhren. Der Rest freute sich auf das Nachtleben in Kerkyra (Korfu Stadt). Unsere Wahl wäre vermutlich 10 Jahre früher sehr zu empfehlen gewesen. Das 54 Dreamy Nights hatte eher Abifetencharakter. Wir erhöhten definitiv den Altersdurchschnitt, hatten aber trotzdem unseren Spaß.
11. Oktober – Abschlussabend in Korfu-Stadt und Heimreise
Am Morgen gingen wir von Bord und brachten unser Gepäck in die Unterkunft, die wir für den letzten Tag und die Nacht in Korfu-Stadt gebucht hatten. Einige aus der Crew flogen erst am Nachmittag oder Sonntag zurück, sodass wir noch einen gemütlichen Tag verbringen konnten. Ein Teil der Gruppe mietete sich ein Auto und fuhr in den Norden der Insel, um sich dort einige der bekannten Küstenabschnitte anzusehen. Unter anderem waren sie in Sidari. Nach ihrer Rückkehr berichteten sie, dass der Ort deutlich touristischer als erwartet gewesen sei.
Ich selbst blieb mit meinem Co-Skipper in Korfu-Stadt. Wir verbrachten den Tag in einem ruhigen Tempo, liefen durch die Gassen, setzten uns in kleine Cafés und ließen den Nachmittag entspannt dahingleiten. Am frühen Abend trafen wir uns wieder mit der Gruppe.
Für das Abendessen hatten wir im Vorfeld verschiedene Empfehlungen erhalten. Unsere Wahl fiel letztlich auf das Restaurant To Tsipouradiko. Das Essen war ausgezeichnet und bildete einen schönen Abschluss für die Woche. Wir blieben dort länger sitzen und kamen währenddessen mit dem Kellner ins Gespräch. Als wir ihm von unserer Diskonacht erzählten, musste er ebenfalls lachen und empfahl uns das NAOK Azur. Eine stylische Tanzbar mit Außenterrasse. Von außen wirkte die Location menschenleer. Wir hörten dennoch einen dumpfen Bass und waren neugierig geworden. Das NAOK war bereits gefüllt, die Stimmung war sensationell und die Musik passte ebenfalls für uns. Hier blieben wir länger als geplant, sodass wir nach dem Verlassen direkt zur Unterkunft gingen, unsere Sachen packten und uns auf den Weg zum Flughafen machten. Anschließend verließen wir übermüdet, aber sehr zufrieden Korfu und flogen nach Hause.

Fazit
Der Törn war für mich eine sehr runde Mischung aus entspanntem Segeln, schönen Buchten und kleinen Highlights, die uns lange in Erinnerung bleiben werden. Die Dufour 560 war angenehm zu segeln und bot viel Platz für die Crew.
Ich kann das Revier nur wärmstens empfehlen. Bei meinen Törns lege ich viel Wert auf eine ausgewogene Mischung zwischen Segeln, Sport und Kulinarik. Die Regionen um Korfu, Paxos und Antopaxos haben diese Mischung optimal bedient. Die frühe Anreise in der Villa war ein echter Mehrwert, weil wir ausreichend Zeit zum Akklimatisieren hatten und als Gruppe schnell zusammengewachsen sind.




