Mit Tieren auf Törn – Segeln mit Hund

Wer seinen Vierbeiner während eines Törns nicht zuhause lassen oder in eine Pension geben möchte, kann ihn auch mit in den Segelurlaub nehmen, wenn das Ziel mit dem Auto erreichbar ist. Mittlerweile ist dies keine Seltenheit mehr und so sind auch immer mehr Marinas und Häfen mit Möglichkeiten für die tierischen Crewmitglieder ausgestattet. Dennoch bedeutet das auch, auf dem Törn Kompromisse zugunsten des Tieres zu machen und es vor allem an die Besonderheiten der Reise zu gewöhnen, wofür man genügend Zeit im Voraus einplanen sollte. Auch der Charakter spielt eine Rolle, ob Ihr Hund zum Seebären wird oder eher nicht. Fühlt sich Ihr Hund wohl an Bord und werden auch seine Bedürfnisse erfüllt, wird der Törn für beide Seiten eine positive Erfahrung.

Törnplanung – Revier und Yacht

Bei der Planung eines Törns mit Hund sollte schon bei der Revierauswahl mitbedacht werden, dass Hunde viel Auslauf brauchen. Daher eignet sich am besten ein Revier mit kürzeren Schlägen und beständiger Küstennähe. Auch sollten ruhigere Reviere und Zeiten vorgezogen werden als windstärkere. Die Erreichbarkeit mit dem Auto statt dem Flugzeug erspart dem Hund zusätzlichen Stress. 
Hunde, die es gewohnt sind, sich auch zuhause in Katzenklos oder Ähnliches zu erleichtern, können auch längere Schläge durchhalten. Diese Gewohnheit muss aber bereits vorhanden sein. Beobachten Sie, wie lange Ihr Hund generell ohne Gassi gehen aushält. Pausen an Land sind jedoch generell für jeden Hund wichtig, um sich zu bewegen.
Bei der Wahl der Yacht kann für den Hund (je nach Größe) Platz und eine größere Yacht von Vorteil sein, gerade wenn mehr Personen an Bord sind. Am meisten Platz kann ein Katamaran bieten. Auf der Yacht sind häufig steilere Treppenstufen unters Deck zu absolvieren. Dies sollte der Hund schaffen können oder er ist kleiner und tragbar. Auch zur Rampe, die an Land führt, können zuerst Treppenstufen führen. Ebenso ist der Einstieg ins Beiboot, um längere Distanzen an Land zu überwinden, mit einem Sprung verbunden. Auch dies sollte der Hund schaffen, wenn man ihn nicht hineinheben kann.

Auch die Einreisebestimmungen sind bei der Törnplanung wichtig. Mehr dazu im Abschnitt „Medizinische Vorüberlegungen und Versicherung“. 

Gerade größere Hunde brauchen regelmäßig Auslauf, daher eignet sich für einen Törn mit Hund ein Revier mit kürzeren Schlägen. ©AdobeStock

Kosten und Buchung – wichtige Angaben bei der Buchung

Bei der unverbindlichen Anfrage oder Buchung ist es wichtig, im Vorhinein anzugeben, dass ein Hund mit an Bord kommt, sodass dies mit dem Vercharterer geklärt werden kann, denn nicht alle Vercharterer oder Eigner erlauben größere Hunde oder generell Haustiere an Bord. Daher ist es auch sehr hilfreich, wenn Sie uns im Nachrichtenfeld bereits Rasse und Gewicht des Hundes mitteilen. Es kann auch vorkommen, dass Ihr Vierbeiner nur mit Hundeschuhen an Bord oder generell nicht unter Deck darf. Dies kann aber bereits bei der Anfrage im Vorhinein geklärt werden.
Auf unserer Webseite finden Sie auf der Detailseite Ihrer Wunschyacht unter Extras bei vielen Yachten Angaben zu den Kosten, wenn ein Haustier mit an Bord geht. Diese unterscheiden sich je nach Vercharterer in der Höhe des Preises und Art der Berechnung. Manche erheben eine einmalige Pauschale, andere pro Woche, wiederum andere rechnen pro Haustier ab.
Auch ein Relingsnetz kann man in der Regel als Extra dazubuchen. Hier bieten einige eine Vormontage an, bei anderen muss man es selber montieren, dafür ist der Preis günstiger.

Ausrüstung – Must-Haves und Obligatorisches

Hunderettungswesten gibt es in verschiedensten Größen. ©AdobeStock

Eine spezielle Hundeschwimmweste in der richtigen Größe ist die wichtigste Ausrüstung. Sie hat auch einen Griff auf dem Rücken, um den Hund aus dem Wasser zu heben. Daran kann auch eine Leine befestigt werden. Auch ein Relingsnetz ist von Vorteil und gibt Sicherheit, damit der Hund nicht von einem glatten Deck ins Wasser rutscht oder von selbst springt. Relingsnetze bieten viele Vercharterer als Extra an, ob vormontiert oder in Eigenmontage. Falls ein Vercharterer oder Eigner den Hund nur mit Hundeschuhen an Bord lässt, müssten diese mitgebracht werden. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Hund auch vor starker Sonne (Überhitzung) und anhaltender Nässe im Wind schützen können, gegebenenfalls mit einer entsprechender Outdoor- oder Sonnenschutzweste. Weiterhin gibt es auch Schwimmleinen für badefreudige Hunde. Faltnäpfe können auf Landgängen praktisch sein, um nicht auf andere Wasserquellen angewiesen zu sein. 
Rampen helfen dem Hund, an und von Bord zu kommen. Ist die Oberfläche glatt, kann eine rutschfeste Matte Trittfestigkeit schaffen. Distanzen an Land, von Bojenfeldern etwa, werden mit dem Beiboot überbrückt. Auch ein Stand-Up-Paddleboard kann praktisch sein, um mit dem Hund schnell an Land zu kommen. Auch das sollte man aber vorher mit dem Hund trainiert haben.
Nehmen Sie auch Lieblingsspielsachen des Hundes mit, damit an Land Ausgleich für den nicht vorhandenen Auslauf an Bord geschaffen werden kann.

Relingsnetze können zu vielen Yachten dazugebucht werden, ob vormontiert oder per Eigenmontage. ©AdobeStock

Für alle Fälle – Versorgung und das sichere Plätzchen

Schaffen Sie Ihrem Hund unter sowie an Deck ein ruhiges und bequemes Plätzchen, wohin er sich zurückziehen kann, um seinen Schlafbedarf zu decken und wo er sich sicher fühlt. Eine dicke Decke oder ein Reisehundekörbchen/-bett erhöhen den Wohlfühlfaktor, vor allem wenn er diese Sachen bereits kennt. Bei unruhiger See ist die Sicherheit unter Deck wichtig, dafür dürfen keine Sachen durch die Gegend rutschen oder fliegen. 
Trinkwasser sollte immer zur Verfügung stehen, besonders an warmen Tagen. Zuviel Salzwasser sollten Hunde nicht schlucken, da dies zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Auch genügend Futter für den Notfall sollte an Bord sein, falls aus irgendeinem Grund keine Marina angelaufen werden kann. 

Lassen Sie Ihren Hund sein Wohlfühlplätzchen an Bord finden. ©AdobeStock

Geduldig sein – Zeit für Gewöhnung

Gehen Sie nicht spontan mit Ihrem Hund auf einen Törn. Ob er ein Bordhund wird oder es ihm gar nicht bekommt, kann man auch mit einem Dinghi, Ruder- oder Schlauchboot in heimischen Gewässern testen bzw. damit das Tier auch daran gewöhnen. Auch wenn Sie planen, den Hund auf einem Stand-Up-Paddleboard mitzunehmen, sollte er daran gewöhnt werden. Gibt es die Möglichkeit, vorher auf einer Yacht in einem Hafen zu üben, ist dies auch eine gute Gelegenheit. Denn auch die Geräusche sind für den Hund neu, etwa das der Winschen oder der Segel im Wind. Planen Sie dafür genug Zeit ein, dass kein Stress auf beiden Seiten entsteht und haben Sie Geduld. Auch an Ausrüstung wie die Rettungsweste sollte man den Hund vorher gewöhnen. Sollte der Hund sich als Landratte herausstellen, ist er besser bei Familie oder Freunden aufgehoben.

Wessen Vierbeiner noch nie an Bord oder auf schwimmenden Geräten war, sollte ausreichend Zeit für die Gewöhnung einplanen. ©AdobeStock

Medizinische Vorüberlegungen und Versicherung

Klären Sie, ob Ihre Tierhaftpflicht auch für Schäden im Ausland aufkommt, und stellen Sie sicher, ob der Hund die vorgeschriebenen Impfungen hat, um ins Urlaubsland einreisen zu dürfen. In der EU gehört auch der blaue EU-Heimtierausweis ins Gepäck und das Tier muss einen elektronischen Chip tragen (außer denen, die bis 3. Juli 2011 eine Tätowierung bekommen haben). Wenn Sie auf dem Törn das Land wechseln wollen, machen Sie sich auch mit den Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes vertraut, denn sie können recht unterschiedlich sein. Dabei erfährt man auch, ob die Rasse überhaupt einreisen darf oder eine Leinen- oder Maulkorbpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen besteht. Hier finden Sie einen ersten Überblick über die Einreisebestimmungen verschiedener Länder.
Braucht Ihr Hund generell bestimmte Medikamente? Auch in der Bordapotheke sollten für den Vierbeiner geeignete Mittel gegen Durchfall, Erbrechen, Insektenstiche, Desinfektions- und Verbandszeug vorrätig sein. Hierbei sowie bei den Impfungen kann Ihr Tierarzt weiterhelfen.  

Möchten Sie Ihren Hund mit auf Törn nehmen und haben Fragen zur Buchung? Kontaktieren Sie uns gern unter info@1a-yachtcharter.de oder per Telefon unter +49 5741 3222690.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.