Gemeinsam in einem Boot: Teamwork

Ob Ablegen, Segel setzen, Manöver fahren oder Anlegen – Segeln ist eine komplexe Tätigkeit und kann auf einem größeren Boot nur als Team gemeistert werden. Der Erfolg, sich gegen die Naturgewalten Wind und Wasser zu behaupten und den sicheren Zielhafen zu erreichen, hängt von der Zusammenarbeit sowie der Führung des Teams ab. Auf dem Schiff wie auf der Arbeit ist die Stärkung der Teamarbeit daher ein wichtiger Faktor.

Das Team in Aktion. Credit: biker3/AdobeStock

Ziele der Reise

Jeder Segeltörn hat ein Ziel, bei längerer Reise mehrere Teilziele auf dem Weg dorthin. Was sind diese Ziele? Sie zu verstehen, hilft den Beteiligten, effektiv in ihrem Bereich zu arbeiten und auch eigene Ideen und Wege in den Prozess einzubringen. Als ein Rad im Getriebe teilzuhaben an dem Prozess und seinem Ausgang, fördert auch die Identifikation mit dem jeweiligen Projekt. Vor Abfahrt werden mit der Crew auch Sicherheitsstandards an Bord durchgegangen sowie Regeln, die das Leben an Bord und auf engem Raum einfacher machen sollen.

Kommunikation

An diesem Punkt ist auch Raum, um mögliche Sorgen zu äußern. An Bord können das vorhandene Seekrankheit oder Ängste sein. So können schon früh Tipps zur Vermeidung gegeben oder Ängste entkräftet bzw. Lösungen gefunden werden. Für die Arbeit im Team ist Kommunikation sehr wichtig. In einer aufgeschlossenen, respektvollen Atmosphäre äußern Kollegen sowohl ihre Ideen als auch mögliche Sorgen. Offenheit profitiert auch von der Diversität der Teammitglieder, sowohl fachlich, kulturell oder charakterlich.
In der Kommunikation an Bord sind über die Geräuschkulisse der See hinweg und für das richtige Timing klare und verständliche Absprachen wichtig. Nichtsdestotrotz macht der Ton die Musik.

Gute Planung

Planung ist unerlässlich beim Segeln. Wie erreichen wir das gemeinsame Ziel? Welchen Kurs nehmen wir? Wie sind die Wassertiefen, wo liegen mögliche Gefahrenstellen? Auch die regelmäßige Bestimmung von Standort und Kurs gehören zum Segelalltag. Es kommen immer Situationen vor, in denen improvisiert werden muss, muss auf der Arbeit jedoch ein Großteil improvisiert werden, kostet das Energie und Pausenzeit, in denen eigentlich die Batterie wieder aufgeladen werden sollte.

Raus aus dem Büroalltag und rauf aufs Schiff
Es gibt auch Angebote an Workshops zum Thema Teambuilding und zur Führungskräfteentwicklung, die auf einem Segelboot stattfinden. Dafür muss man nicht segeln können, das wird vor Ort gelernt. Alles passiert unter der Aufsicht eines erfahrenen Seglers und Coaches. Hier kann man in der praktischen Arbeit das gemeinsame Tun erleben und das mit einer gehörigen Portion Spaß.

Klare Aufgabenverteilung

An Bord ist jede Tätigkeit wichtig. Jeder hat seinen Teil, den er zum gemeinsamen Ziel beiträgt. Dabei zählt auch Hilfsbereitschaft, jeder packt mit an. Dennoch gibt es eine klare Aufgabenverteilung, jedes Crewmitglied hat seinen Verantwortungsbereich. Besonders in Situationen, wo es schnell gehen muss, muss sich für jeden Bereich jemand angesprochen fühlen. Verantwortung zu übernehmen und sich gegenseitig zu vertrauen, umgeben von den Naturgewalten, lassen den einzelnen wachsen und fördern das Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Wer auf engerem Raum zusammenarbeitet, muss auch Rücksicht auf den anderen nehmen und erwartet dies auch vom Gegenüber. Der Platz an Bord ist äußerst begrenzt mit mehreren Crewmitgliedern, daher ist hier zum Beispiel Ordnung halten schon ein Muss. Konflikte sind vorprogrammiert und diese zu einer Lösung zu bringen, ist eine Hilfe, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gegenseitig für das gemeinsame Wohlergehen sorgen, erhält die Kräfte und die Gesundheit des Teams.  

Führung an Bord

Doch es muss auch jemanden geben, der das Ganze im Blick behält. Jemanden, der die einzelnen Abläufe koordiniert, wenn die Teamarbeit komplexer wird. In der Bootsführung trägt der Skipper eine Menge Verantwortung, wie die Sicherheit der Crew und ihm obliegt die Steuerung und Navigation des Schiffes. Von ihm gehen auch Kommandos aus, die im entscheidenden Moment die Crew zu Manövern anleiten. Er kann aber auch Aufgaben delegieren, und Skipper geben ihr Wissen an weniger erfahrene Crewmitglieder weiter. Auch an Bord ist die Teamführung eine Herausforderung.

Zieleinlauf

Ist das Ziel erreicht, liegt das Schiff im sicheren Hafen. Die Crew hat wieder Boden unter den Füßen. War die Fahrt turbulent und kräftezehrend, kann nun die Anspannung abfallen. Nach Zieleinlauf den Erfolg zu feiern, bringt alle noch einmal zusammen und gibt Raum für Reflektionen und Erinnerungen, die in kommende Projekte einfließen können. Es ist auch eine gute Gelegenheit, um mit einem großen Projekt oder einer Saison innerlich einen Abschluss zu finden.

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