Segeln und Nachhaltigkeit – Tipps für den nächsten Urlaubstörn: an Bord

In unserer Reihe Segeln & Nachhaltigkeit sammeln wir Tipps, wie Sie Ihren Törn umwelt- und sozialverträglicher gestalten können. Nach der Anreise und auf Landgängen stehen in diesem Teil Aktivitäten an Bord im Vordergrund, die einen Unterschied machen können.

Routenplanung

In Kürze:

  • Motor so wenig wie möglich einsetzen
  • Mit einer guten Routenplanung Windenergie besser nutzen können
  • Wetter- und Routing-Apps helfen bei der Routenplanung
  • oder spontan Aktivitäten Flauten und Wetter anpassen

©Squid Mobile

Als Hybridfahrzeuge können Segelyacht und Segelkatamaran unter Wind- oder Motorkraft fahren. Eine gute Routenplanung kann die Windenergie besser nutzen und damit den Einsatz des Motors reduzieren. Das verringert nicht nur die Umweltbelastung, sondern spart auch Kraftstoff. Neben Wetterapps wie Windy können dabei auch Routing-Apps unterstützen, die auch Flauten und hohen Seegang in die Planung einbeziehen und die optimale Route auf einer digitalen Karte darstellen. Mittlerweile gibt es die Apps für Smartphones und Tablets, zum Beispiel Squid Mobile und Sailgrib WR.  Alternativ zur ganz durchgeplanten Route kann man seine Aktivitäten dem Wetter anpassen und sich vom Wind leiten lassen, etwa bei Flaute Vor-Ort-Unternehmungen oder einen Badetag einlegen. 

 

Bewusster Umgang mit Ressourcen an Bord

In Kürze:

  • Yachten mit Solaranlage und Watermaker buchbar
  • Elektronik bewusst nutzen
  • Kühlschrank vollpacken und zeitweise ausstellen
  • Salzwasser zum Vorspülen nutzen
  • Baden im Meer mit kurzem Abbrausen statt langer Dusche
  • Trotzdem jegliches Abwasser im Abwassertank entsorgen

©AdobeStock

Bordstrom

Wenn die Yacht nicht an den Landstrom angeschlossen ist, hängt die Bordstromversorgung von der Batteriebank ab. Aus dem Bordstrom speisen sich je nach Ausstattung zum Beispiel Autopilot, Navigationsausrüstung, Seefunkgerät, Klimaanlage oder Ventilatoren, Herd mit Induktionsfeld, Kühlschrank (der besonders in warmen Regionen arbeiten muss), Innenbeleuchtung, Lautsprecher, Radio, etc. Um Strom zu sparen, kann nicht nur die elektrische Beleuchtung und Freizeitequipment bewusst genutzt werden, sondern auch die Navigationsgeräte, wenn sie nicht benötigt werden, sowie der Kühlschrank. Ein voller Kühlschrank speichert die Kälte länger und kann zum Beispiel mit Getränken aufgefüllt werden und zeitweise ausbleiben. Solaranlagen können in Revieren mit entsprechendem Wetter zur Stromversorgung beitragen.
Hinweis: Auf der Detailseite der Yacht können Sie bei der Ausrüstung sehen, ob die Yacht eine Solaranlage hat, oder bei unserer Yachtsuche Solaranlage direkt als Suchkriterium unter Ausrüstung auswählen.

Süßwasser

Süßwasser ist vor allem in sonnigen, trockenen Revieren ein rares Gut, hier liegen aber zumeist auch die beliebten Urlaubsregionen mit Touristenströmen. Daher entsteht in der Nutzung von Wasser schon gegenüber den Einwohnern eine Verantwortung. Wasserknappheit betrifft nicht nur weiter entfernte Ziele wie Kap Verde, sondern auch Inseln wie Mallorca (zum Artikel). Yachten mit Entsalzungsanlagen können bereits für das Duschen und Spülen Alternativen anbieten, ohne sich aus Süßwasserquellen zu speisen. Salzwasser kann auch zum Vorspülen von Geschirr verwendet werden. Wichtig ist, dass das Gebrauchswasser anschließend trotzdem im Abwassertank entsorgt wird. Bei angenehmen Wassertemperaturen bietet das Meer immer eine Gelegenheit zum Baden, sodass nur ein kurzes Abbrausen anstatt einer längeren Dusche nötig sein kann. Yachten, die mit einem Watermaker ausgestattet sind, können Salzwasser aufbereiten, sodass es sogar trinkbar wird und man sich den Kauf und das Tragen von Wasser in Plastikflaschen und Gallonen sparen kann. Für Ausflüge kann man sich dann Wasser in wiederverwendbare Flaschen abfüllen. Wenn kein Süßwassertank oder Trinkwasseraufbereiter an Bord ist, bieten größere Gallonen weniger Plastikmasse als kleine Einzelflaschen.
Hinweis: In unserer Yachtsuche können Sie Watermaker direkt als Suchkriterium unter Ausrüstung auswählen und nach entsprechenden Yachten suchen.

Umweltfreundliche Produkte verwenden

In Kürze:

  • Mikroplastikfreie und biologisch abbaubare Seifen und Shampoos verwenden
  • Biologisch abbaubare Waschmittel und Spülmittel nutzen
  • Trotzdem jegliches Abwasser im Abwassertank entsorgen
  • Sonnencreme mit mineralischen Filtern ohne Nano-Partikel, Sonnenschutzkleidung, Schatten nutzen, kurze Sonnenbadezeiten
  • Die App CodeCheck zeigt, was in den Produkten enthalten ist

©AdobeStock

Bei der Verwendung von Pflegeprodukten helfen mikroplastikfreie und biologisch abbaubare Seifen, Duschgels und Shampoos auch das Abwasser weniger zu belasten. Wer Müll vermeiden möchte, kann auch auf feste Seifenstücke für Körper und Haare zurückgreifen. Leicht biologisch abbaubar sind vor allem Pflanzenölseifen. Mittlerweile gibt es nicht nur online sondern auch in Drogeriemärkten und Reformhäusern wieder mehr Auswahl an derartigen Produkten. Auch an biologisch abbaubaren Spül- und Waschmittel. Leicht biologisch abbaubar sind hier etwa Kokos- und Zuckertenside. Bei der Verwendung dieser Produkte sollte das Abwasser trotzdem in den Abwassertank. Testergebnisse und daraus resultierende Vorgaben an die Hersteller gehen häufig auf Tests in Kläranlagen oder im Labor zurück und nicht in der Natur. 

©AdobeStock

Auch bei Sonnencremes gibt es umweltfreundliche Varianten. Weltweit gelangen pro Jahr schätzungsweise 14.000 Tonnen Sonnencreme in die Meere. Einige Regionen und Inselgruppen wie Hawaii, Palau, die Malediven und die mexikanische Halbinsel Yukatan haben den Verkauf und die Einfuhr von Sonnencremes mit chemischen UV-Filtern wie Octinoxat und Oxybenzon bereits verboten, um ihre Riffe zu schützen, denn auch kleine Mengen wirken toxisch für Korallen. Als Alternativen zu herkömmlichen Sonnencremes mit chemischen Filtern gibt es auch welche mit mineralischen Filtern und ohne Nano-Partikel (ohne Titandioxid und Zinkoxid). Sonnenschutzkleidung, Schatten und kürzere Sonnenbadezeiten helfen ebenfalls.

Wissen, was drin ist:

Wer generell wissen möchte, welche Inhaltsstoffe in seinen Produkten enthalten sind und welche bedenklich sind, der kann mit der App von CodeCheck den Barcode des Produkts über die Kamera scannen. Die App eignet sich auch bei Allergien und ob Produkte vegetarisch, vegan sind oder ohne Palmöl, Mikroplastik oder Nano-Partikel. Es gibt sie kostenlos für iOS und Android.

Weitere Beiträge der Reihe finden Sie hier:

In unseren kommenden Beiträgen beschäftigen wir uns mit den Themen Müll sowie Naturschutz vor Ort.

 

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