Reviertipp: Seychellen

Inseln voller Farben, Natur und Gastfreundlichkeit

Die Strände der Seychellen gelten als die schönsten der Erde, die Tauchreviere des Archipels als spektakulär. Aufgrund der Abgeschiedenheit der Inseln halten Nebel-, Küsten- und Mangrovenwälder biologische Schätze bereit, wie sie sonst nirgends zu finden sind. Viele gute Gründe also für einen Besuch dieses Paradieses aus viel Wasser und wenig Land, das am besten segelnd entdeckt werden kann!

Gut zu wissen

Die Seychellen liegen östlich von Tansania und nördlich von Madagaskar, gehören topografisch also eher zu Afrika. Durch ihre unmittelbare Nähe zum Äquator ist die Tageslänge das Jahr über ähnlich, daher wird es im Sommer im Vergleich zu uns früher dunkel. Dementsprechend sollte man sich hier früh einen Ankerplatz suchen. Die milden gleichbleibenden Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad machen die Inseln ganzjährig zu einem Urlaubsziel. Hier bestimmt eher der Monsun die Jahreszeiten: Von Dezember bis April bringt der Nordostmonsun feuchtes Wetter, von Mai bis November der Südwestmonsun trockeneres Klima, jedoch ist es auch stürmischer bis September. Regen kommt in dieser Zeit eher in kurzen Schauern herab. Zwischen den Monsunzeiten liegen windstille Perioden.
Sprachlich kommt man mit Englisch gut zurecht auf den Inseln, denn es ist neben Seychellenkreol und Französisch eine der Amtssprachen. Die Inseln haben ihre eigene Währung: die Seychellen-Rupie.
Auf den Inseln kann es zu Dengue-Infektionen kommen. Es empfiehlt sich, unbedeckte Stellen einzucremen und helle lange Kleidung, zum Beispiel beim Wandern, zu tragen. Weitere und aktuelle Informationen sowie Einreisebestimmungen finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Von Deutschland ins Inselparadies

Von Deutschland aus werden teilweise Direktflüge, etwa von Frankfurt aus, angeboten, zumeist erfolgt ein Umstieg in Paris. Je nach Umstiegsdauer gelangt man in etwa 10 Stunden zur Hauptinsel Mahé. Hier liegt der internationale Flughafen, von dem man mit einem Propellerflugzeug auch weiter nach Praslin fliegen kann. Bis zur Hauptstadt Victoria sind es nur 10 Kilometer Richtung Norden. Auf dem Weg zur Stadt liegt Eden Island, eine künstlich angelegte Insel, auf der geschützt Richtung Landseite die gleichnamige Marina liegt.

Per Boot die Seychellen erkunden

Mit viel Wasser und wenig Land ist die Inselgruppe am besten segelnd zu erkunden. Da sich die 116 Seychelleninseln über ein Seegebiet von 400.000 qkm erstrecken, beschränken sich Segler eher auf das Gebiet der Inner Islands, zu denen 32 Inseln gehören. Darunter befinden sich auch die Hauptinsel Mahé, die zweitgrößte Insel Praslin sowie La Digue. Diese und einige weitere Inseln bestehen aus Granitfelsen mit bizarren Formationen, die einst Teil des Urkontinents waren. Andere dagegen sind Koralleninseln. Bevor man sich in einer der paradiesischen Buchten niederlässt, sollte man nach etwaigen Ankerverboten Ausschau halten. Durch relativ ausgeglichenen Tag- und Nachtphasen ist es auch ratsam, sich früh einen Ankerplatz zu suchen.
In der Stadt Victoria gibt es auch genügend Versorgungsmöglichkeiten, die auf den anderen vor allem kleineren Inseln nicht zu erwarten sind.

Einzigartige Pflanzen und Tiere über und unter Wasser

Der Star der Seychellen ist die üppige und farbenfrohe Natur, sowohl über als auch unter Wasser. Durch die isolierte Lage haben sich hier auch viele endemische Pflanzen- und Tierarten entwickelt. Die Seychellenpalme etwa wächst auf der zweitgrößten Insel Praslin, die nur 20 Seemeilen von Mahé entfernt liegt, und deren Nachbarinsel Curieuse. Ihre Samen sind die größten im Pflanzenreich und sie können bis zu 20 Kilogramm schwer werden. Auf Curieuse leben auch etwa 100 Exemplare der Riesenschildkröten, von denen es auf den Seychellen verschiedene Arten gibt. Die größte Population lebt auf dem Aladabra-Atoll, das zu den Outer Islands gehört, in den 1980er-Jahren zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde und unter Schutz steht. Zum Weltnaturerbe zählt auch das Vallée de Mai im Inneren von Praslin. Das Tal beheimatet endemische Pflanzen- und Vogelarten sowie Flughunde und Chamäleons.
Auf den Seychellen sind einige der seltensten Vogelarten der Welt zu beobachten. Die Insel Cousin gehört einer Vogelschutzorganisation und auch Aride ist ein Vogelparadies. Dementsprechend bedarf es bei einem Besuch der beiden Inseln einer Voranmeldung bei der dortigen Naturschutzstation und, um das Einschleppen fremder Arten zu verhindern, werden Besucher mit einem Dinghi abgeholt und in Begleitung eines Rangers auf die Insel gebracht.

Ein besonderer Mix der Kulturen

Die Kultur der Seychellen wird vom Einfluss verschiedener Völker und Nationen geprägt, die in der Vergangenheit Anspruch auf die Inseln stellten, freiwillig oder unfreiwillig hierherkamen. Dazu gehören vor allem Franzosen, die als erstes die Insel besiedelten, Afrikaner, die als Sklaven auf die Insel gebracht wurden, und Briten, die im 19. Jahrhundert die Inseln von den Franzosen als Kronkolonie übernahmen. Seit 1976 sind die Seychellen eine unabhängige Republik. In der Hauptstadt Victoria wird der britische Einfluss in der Architektur deutlich, wie etwa beim Uhrenturm, der eine Replik des Little Ben in London ist, oder dem Gerichtsgebäude. Außerdem herrscht auf den Seychellen Linksverkehr.
Auch kulinarisch sind die Seychellen ein interessanter Mix aus asiatischer, afrikanischer und europäischer Küche. Gewürze aus dem Osten, wie Indien und China, beeinflussen die Gerichte, so sind auch Currys sehr beliebt. Weiter Einflüsse sind die französische Küche sowie das afrikanische Festland in punkto Fleischgerichten. Und natürlich dürfen frischer Fisch und Meeresfrüchte nicht fehlen: Neben Thunfisch, Makrele, Langusten und Krebsen gehören auch Hummer, Oktopus und Schwertfisch dazu. Lokale Beilagen sind zum Beispiel die Brotbaumfrucht und Manioks. Zum Anstoßen gibt es den Calou, der aus vergorenem Palmensaft hergestellt wird. Wer sich für Rum interessiert, kann auch in der Destillerie Takamaka im Osten der Insel einen Blick in die Produktion werfen und verkosten. Einheimische Produkte findet man auf einem der farbenfrohen Märkte in der Hauptstadt Victoria.
Die Seychellois, wie sich die Einheimischen nennen, sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Es lohnt sich, sich von ihnen Tipps geben zu lassen.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Durch die warmen Wassertemperaturen sind die Inseln ideal zum Baden, Schnorcheln und Tauchen. Viel zu sehen gibt es zum Beispiel im Meeresnationalpark Saint Anne direkt bei Mahé, eine Ansammlung von sechs Inseln um die Hauptinsel Sainte Anne. Richtung der Insel Conception kann man von August bis November Walhaien begegnen sowie Thunfischschwärmen und Rochen. Einen kleinen Marinepark und ein beliebter Schnorchel-Spot sind auch die drei kleinen Coco-Islands. Sie sind das Zuhause farbfroher Fischarten und Karettschildkröten. Beim Baden und Tauschen sollten Warnhinweise in den Buchten ernst genommen werden, da einen starke Strömungen aufs Meer hinaustragen können.

Paradiesische Strände gibt es auf den Seychellen noch und nöcher. Die Strände Anse Kerlan und Anse Lazio auf Praslin zählen zu den schönsten Sandstränden der Welt. Die Insel La Digue im Osten von Praslin ist jedoch einer der Höhepunkte eines Seychellen-Urlaubs. Die Strände und Küste der Insel sind die von unseren Sehnsuchtsbildern der Inselgruppe. Ankern Sie vor dem Hafen von La Passe und erkunden Sie per Fahrrad die Insel. Um die Insel verläuft ein Korallenriff, sodass sich vor jedem Strand das Schnorcheln und Tauchen lohnt. Zum Stärken kehrt man in eines der zahlreichen kleinen Gasthäuser der Insel ein. Im Süden liegt der berühmte palmengesäumte Strand Anse Source d’Argent, der von skulpturartig geformten Granitfelsen eingerahmt wird. Um ihn zu besuchen, muss man Eintritt bezahlen. Gegen Gebühr ist es auch erlaubt, auf der Insel Grande Soeur an weiteren Traumstränden zu entspannen. Mit über 65 Stränden lässt auch Mahé zum Sonnen und Baden keine Wünsche offen, so im Nordwesten am Beau Vallon, der auch ein beliebter Surf- und Tauchspot ist, und im Süden Buchten wie Port Launey und Anse La Mouche.

Aber nicht nur die Küsten und die Unterwasserwelt sind sehenswert, erkunden Sie auch das Innere der Inseln, wandernd oder per Rad. Wandern Sie durch das Weltnaturerbe Vallée de Mai (siehe oben) oder auf einem der Wanderwege auf Mahé. Der Copolia Trail etwa führt zu einem Aussichtspunkt, von dem man die Küste mit Victoria und Eden Island sowie die davor gelagerten Inseln im Blick hat. Im Botanischen Garten in Victoria kann man sich auch einen gesammelten Überblick über die Flora der Inseln schaffen. Im danebenliegenden Orchideengarten wachsen über 100 verschiedene Arten.

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